Aktuelle Nachrichten – Umweltpolitik
18.02.2012
Foto: Daniel Maurer/dapd
Stuttgart – Während einer Demonstration gegen "Stuttgart 21" hat die Polizei am Samstag nach eigenen Angaben mehrere Hundert Gegner des Bahnbauprojekts davon abgehalten, das abgesperrte Baugelände zu betreten. An einem Hügel vor dem Baufeld hätten eingesetzte Polizei-Kräfte durch mehrere Hundertschaften verstärkt werden müssen, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen, sagte ein Polizei-Sprecher.
Es habe eine sehr aufgeladene, emotionale Stimmung geherrscht. Auch nach dem offiziellen Ende der Demonstration hätten mehrere Hundert "Stuttgart 21"-Aktivisten vor dem Hügel verharrt und den Straßenverkehr behindert. Erkenntnisse über Festnahmen lägen ihm allerdings nicht vor, sagte der Sprecher.
Der Sprecher des Gegnerbündnisses, Hannes Rockenbauch, wies die Darstellung der Polizei als falsch zurück. Die Stimmung sei "absolut friedlich" gewesen. Nach der Demonstration hätten viele "Stuttgart 21"-Teilnehmer lediglich auf den Hügel gehen wollen, weil man von dort einen guten Blick auf den Schlossgarten habe. Dieses "Abschiedsbedürfnis" sei nachvollziehbar, jedoch kein Zeichen für Aggression der "Stuttgart 21"-Gegner.
Es war die erste Demonstration gegen "Stuttgart 21" seit der Räumung des Schlossgartens und dem Beginn der Baumfällungen vor wenigen Tagen. Sie stand unter dem Motto "Ihr macht alles kaputt - uns nicht". Die Polizei zählte 2.500 Demonstranten, die Gegenseite sprach von rund 5.000 Teilnehmern.
Die Polizei hatte am Mittwochmorgen mit einem Großaufgebot von 2.400 Beamten das "Stuttgart 21"-Protestcamp im Stuttgarter Schlossgarten geräumt. Wenige Stunden später begann die Bahn mit den Baumfällungen und ließ die ersten von 108 Bäumen fällen. Im Schlossgarten soll der Trog für den künftigen Tiefbahnhof für "Stuttgart 21" entstehen. (dapd)
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