Aktuelle Nachrichten – Europa
03.09.2006
Warschau - Die polnische Regierung hat den Auftritt von Bundespräsident Horst Köhler vor Vertriebenen am «Tag der Heimat» scharf kritisiert. «Das ist eines dieser beunruhigenden Ereignisse, die in jüngster Zeit in Deutschland stattgefunden haben», sagte Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski am Samstag in seinem Urlaubsort Zakopane, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete.
«Es gibt eine große, vom Staat unterstützte Gruppierung in Deutschland, die ständig die polnischen Gebiete zum Thema macht, die einst zu Deutschland gehörten», sagte Kaszynski. Würde es eine ähnliche Organisation in Polen geben, die ehemals polnische Gebiete in der Ukraine, Weißrussland oder Litauen zurückforderte, würde Warschau dafür scharf verurteilt werden. «Wir wollen ganz einfach, dass hier ein Prinzip der Symmetrie angewandt wird, nach dem jeder gleich behandelt wird.»
Köhler hatte am Samstag im Berliner ICC vor mehreren tausend Vertriebenen gesprochen. Dabei hatte er für stärkere Bemühungen um eine Verständigung zwischen Deutschen und Polen beim Thema Vertreibungen geworben. «Lassen Sie uns miteinander reden statt übereinander», sagte er. Zwischen Deutschland und Polen war es unter anderem wegen Bestrebungen, in Berlin ein Zentrum gegen Vertreibungen zu errichten, zu Spannungen gekommen.
(AP)
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