Geschichte - Erkenntnisse und Fakten – Portugiesischer Nazi-Spion hätte Kriegsverlauf ändern können – Jill Lawless
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Zweiter Weltkrieg Portugiesischer Nazi-Spion hätte Kriegsverlauf ändern können

Jill Lawless

03.03.2009

London – Der Nordafrika-Feldzug der Alliierten im Zweiten Weltkrieg hätte ganz anders verlaufen können, wenn Großbritannien nicht rechtzeitig einen portugiesischen Nazi-Spion gefangengenommen hätte. Dies geht aus am Dienstag veröffentlichten Dokumenten des britischen Geheimdienstes MI5 hervor. Demnach hätte der Funker Gastao de Freitas Ferraz die deutschen Besatzungstruppen in Marokko und Algerien bestimmt davor gewarnt, dass die Alliierten unter General Dwight D. Eisenhower Ende 1942 eine Invasion in Nordafrika planten.

Damals wurden die Deutschen unter General Manfred Rommel und ihre Verbündeten aus Vichy-Frankreich nach heftigen Kämpfen zurückgedrängt und im Mai 1943 schließlich geschlagen. Ihre Niederlage bei Tunis gilt als ein Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs und als Wegbereiter für die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944. Den Dokumenten zufolge wäre der Sieg der Alliierten aber vermutlich nicht möglich gewesen, wenn ihre Pläne vorab bekannt gewesen wären – wenn also der deutsche Informant Freitas Ferraz nicht außer Gefecht gesetzt worden wäre.

Britische Geheimdienstagenten registrierten laut MI5 im Jahre 1942 des öfteren ein „unnatürliches Verhalten“ von Fischerbooten aus dem neutralen Portugal. Diese waren teilweise mit erstklassiger Kommunikationstechnologie ausgestattet und hatten Funker wie Freitas Ferraz an Bord. Der Mann wurde bei einem dramatischen Kommandoeinsatz auf hoher See am 1. November 1942 von der „Gil Eannes“ geholt, nachdem eine Festnahme in der damaligen britischen Kolonie Neufundland an bürokratischen Hürden gescheitert war.

Freitas Ferraz wurde zunächst nach Gibraltar und dann nach Großbritannien gebracht. In seinen Verhören räumte er den Dokumenten zufolge ein, von den Nationalsozialisten für Informationsdienste bezahlt worden zu sein. Er wurde nach Kriegsende nach Portugal abgeschoben, 1955 wurde seine Akte beim britischen Geheimdienst geschlossen.

http://www.nationalarchives.gov.uk (AP)

 

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