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Naturschutz Pro Natura wählt Braunbären zum Tier des Jahres 2009

DAPD

06.01.2009

Braunbär im Tierpark Hellabrunn. (Werner Neunherz/www.pixelio.de)
Braunbär im Tierpark Hellabrunn. (Werner Neunherz/Pixelio)

Basel – Die Rückkehr von Meister Petz in der Schweiz ist laut Pro Natura eine der grössten artenschützerischen Herausforderungen des Landes. Die Naturschutzorganisation wählte aus diesem Grund und aus Anlass ihres hundertjährigen Bestehens ihr erstes Wappentier – den Braunbären – zum Tier des Jahres 2009.

Die Bevölkerung müsse für ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Bär sensibilisiert werden, teilte Pro Natura am Dienstag mit. Der Bär sei über Jahrhunderte ein Teil der schweizerischen Tierwelt gewesen. Zahlreiche Flur- und Ortsnamen sowie Wappen zeugten von der langen Kulturgeschichte des Bären in der Schweiz. Nur die Gesellschaft habe in den rund 100 „bärlosen“ Jahren verlernt, mit wilden Tieren ihr Territorium zu teilen. Mit der Wahl zum Tier des Jahres will die Organisation, die heuer unter dem Motto „Der Blick zurück, der Blick nach vorne“ ihr hundertjähriges Jubiläum feiert, darauf aufmerksam machen, dass Bären zur einheimischen Artenvielfalt gehören. Mögliche Probleme, die damit verbunden seien, seien lösbar.

Die Geschichte von Pro Natura – oder des Schweizerischen Bunds für Naturschutz, wie Pro Natura früher hiess – und die des Bären in der Schweiz weisen mehrere Parallelen auf. Während Basler Wissenschafter zur Gründung eines Schweizer Nationalparks vor 100 Jahren den Schweizerischen Bund für Naturschutz gründeten war nur Jahre zuvor (1904) der letzte Schweizer Bär im Engadin erlegt worden. Erst 2005 wanderte mit dem im Volksmund als „Lumpaz“ bekannt gewordenen JJ2 wieder ein Braunbär in die Schweiz ein. Nicht zufällig – so Pro Natura – sei dieser genau in den von Pro Natura gegründeten Nationalpark im Bündnerland getappt, wo er Nahrung und Ruhe gefunden habe. Nach einem Sommer, in dem die Schweiz dem „Bärenfieber“ verfallen war, verschwand Lumpaz jedoch spurlos. Dessen Bruder, JJ3, der ebenfalls in die Schweiz eingewandert war und ein auffälliges Verhalten an den Tag legte, wurde von den Bündner Jagdbehörden und dem Bundesamt für Umwelt zum Schutz der einheimischen Bevölkerung im vergangenen Sommer getötet. Laut Pro Natura bestehe bei richtigem Verhalten der Menschen für diese jedoch durch Bären keine Gefahr. (AP)

 

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