Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
30.01.2007
Peking – In keinem Land der Welt ist der Schutz vor Produktpiraterie laut einer Unternehmensumfrage geringer als in China und Russland. Vor allem China gilt als führender Produzent gefälschter Waren, wie eine Erhebung der Internationalen Handelskammer (ICC) und der Londoner Cass Business School von rund 50 Großunternehmen ergab. Auch Indien, Brasilien und Indonesien stehen demnach bei der Produktpiraterie an der Spitze. Den besten Schutz gibt es dagegen in den USA, Großbritannien und Deutschland.
Rund zwei Drittel aller in Europa beschlagnahmten Fälschungen stammten aus China, heißt es in der am Montag in Genf veröffentlichten Studie unter Berufung auf die Europäische Union. Amerikanische Behörden schätzen den weltweiten Schaden durch chinesische Produktpiraterie demnach auf jährlich bis zu 50 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro). Auch in Vietnam, Taiwan, Pakistan, der Türkei und der Ukraine ist der Schutz geistigen Eigentums nach Einschätzung der befragten Unternehmen besonders gering.
„Die Aufzählung dieser am schlechtesten abschneidenden Länder zeigt, dass dies tatsächlich ein weltweites Problem ist, das eine globale Lösung erfordert“, erklärte ICC-Generalsekretär Guy Sebban. Politikern müsse deutlich gemacht werden, dass mehr Investitionen in den Schutz geistigen Eigentums auch zu mehr Arbeitsplätzen und mehr Steuereinnahmen führten. Außerdem werde damit der Kampf gegen das organisierte Verbrechen unterstützt.
Bei der Umfrage waren führende Unternehmen aufgefordert worden, die Stärke der Gesetze gegen Produktpiraterie, ihre Umsetzung sowie die öffentliche Meinung über Produktfälschungen zu bewerten.
(AP)
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