Panorama - Aktuelle Nachrichten – Prominenten drohen Steuernachzahlungen – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Panorama

Prominenten drohen Steuernachzahlungen

DAPD

01.09.2007

München – Einer Reihe von Prominenten drohen offenbar erhebliche Verluste nach ihrem finanziellen Engagement in einem zweifelhaften VIP-Medienfonds. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ fordert der Schauspieler Hannes Jaenicke 70.000 Euro Schadenersatz von der Commerzbank. Weiteren Promis aus TV, Politik und Sport drohten jetzt Steuernachzahlungen.

Sie hätten in zwei Medienfonds investiert, deren Gründer sich seit Anfang des Jahres vor dem Landgericht München wegen Steuerhinterziehung und Untreue verantworten müsse. Jaenicke beklagte, ihm sei bei einem Beratungsgespräch bei der Commerzbank „das Blaue vom Himmel versprochen“ worden, eine „großartige Anlage, völlig ohne Risiko“. Er habe 70.000 Euro investiert. Am Donnerstag habe Jaenickes Anwalt eine Schadenersatzklage wegen Falschberatung an die Bank geschickt. Ein Sprecher der Commerzbank wollte auf Anfrage am Samstag nicht zu dem Vorgang Stellung nehmen.

Zu den mehr als 11.000 Anlegern in das Steuersparmodell sollen laut „Focus“ weitere Schauspieler, TV-Moderatoren und Sportler gehört haben. Sie hätten ihren Einsatz als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt, weil das Geld angeblich in die Produktion von Filmen wie „Das Parfüm“ investiert wurde. Laut Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft seien tatsächlich aber nur 20 Prozent der insgesamt eingesammelten 650 Millionen Euro in Filmproduktionen gesteckt worden. 80 Prozent der Gelder flossen demnach verdeckt zurück auf Konten, wo die Millionen als Sicherheit angelegt waren. Es handele sich daher bei den VIP-Fonds um normale Geldanlagen, so dass den Betroffenen jetzt hohe Steuernachforderungen drohten.

Als besonders riskant bewerte Anwalt Jens-Peter Gieschen die Zahlungen in einen Fonds, der obligatorisch zu 45 Prozent über einen Kredit bei einer Bank finanziert werden musste. „Nicht nur die Gewinnerwartungen des Fonds waren überzogen, die Leute müssen zudem ihre Kredite finanzieren und nun Steuern nachzahlen.“ Mit dem Papier habe man gar keine Gewinne machen können, sagte er dem Münchner Magazin. (AP)

 

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