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Proteste begleiten Weg des olympischen Feuers

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06.04.2008

London – Der olympische Fackellauf wird weiter von Protesten begleitet. In London wurden am Wochenende 2.000 Polizisten aufgeboten, um den Weg des Feuers durch die britische Hauptstadt zu sichern. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte unterdessen, die Luftverschmutzung in Peking stelle keine Gesundheitsgefährdung für die Athleten dar. Allerdings könnten die Leistungen beeinträchtigt werden,, räumte IOC-Präsident Jacques Rogge ein.

Zehntausende Zuschauer wurden am Sonntag in London entlang der Strecke der Fackel vom Wembley-Stadion nach Greenwich erwartet. Bürgerrechtler und Tibet-Aktivisten wollten mit Protestaktionen auf die Menschenrechtssituation in China aufmerksam machen.

An der Westminster-Brücke in der Nähe des Parlaments enthüllten zwei Aktivisten am Samstag ein Transparent mit der Aufschrift „Eine Welt, ein Traum: Befreit Tibet 2008.“ Der Text war eine Anspielung auf das offizielle chinesische Olympia-Motto: „Eine Welt, ein Traum“. Die Polizei nahm vier Personen fest.

Brown will nach Peking reisen

Der britische Premierminister Gordon Brown bekräftigte seine Absicht, im August zu den Olympischen Spielen nach Peking zu reisen. Nicht einmal der Dalai Lama habe sich für einen Boykott ausgesprochen, sagte Brown am Samstag am Rande einer internationalen Konferenz in Watford.

Dagegen hält sich der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy die Option offen, nicht zur Eröffnungsfeier zu erscheinen. Einen Bericht, wonach Sarkozy seine Teilnahme von diversen Bedingungen abhängig mache, relativierte die Regierung am Wochenende. Die Zeitung „Le Monde“ hatte die französische Staatssekretärin für Menschenrechte, Rama Yade, mit den Worten zitiert, der Präsident fordere ein Ende der Gewalt in Tibet sowie die Freilassung der politischen Gefangenen, eine Aufklärung der Ereignisse in Tibet und den Beginn eines ernsthaften Dialogs mit dem Dalai Lama. Yade erklärte am Samstag, das Wort „Bedingungen“ sei nie gefallen.

Der geschäftsführende hessische Ministerpräsident Roland Koch kritisierte unterdessen die frühe Absage des deutschen Sports an einen möglichen Olympia-Boykott. „Es war unnötig, so früh zu sagen, dass es keinen Boykott geben soll“, sagte der mit dem Dalai Lama befreundete CDU-Politiker der „Welt am Sonntag“.

Rogge: „Gesundheit absolut nicht in Gefahr“

IOC-Präsident Jacques Rogge sieht die anhaltenden Diskussionen über einen Olympia-Boykott gelassen. Auf Regierungsebene gebe es keinen Rückhalt für einen Boykott, sagte Rogge am Samstag in Singapur. Lediglich die Teilnahme an der Eröffnungsfeier werde diskutiert.

Nicht nur die jüngsten Vorkommnisse in Tibet werfen einen Schatten auf die Olympischen Sommerspiele, auch die Luftverschmutzung in der chinesischen Hauptstadt sorgt für Bedenken. Dazu sagte Rogge: „Die Gesundheit der Athleten ist absolut nicht in Gefahr.“ Es sei allerdings möglich, „dass einige eine etwas geringere Leistung erbringen“.

Das olympische Feuer traf am Samstag aus St. Petersburg kommend in London ein. Am Montag soll die Fackel durch Paris getragen werden, auch dort sind Demonstrationen geplant.

Insgesamt soll das olympische Feuer eine Strecke von 137.000 Kilometern zurücklegen – durch 20 Länder auf fünf Kontinenten. Es ist der längste Fackellauf in der Geschichte der Spiele und auch derjenige mit den meisten Läufern. Die Olympischen Sommerspiele in Peking beginnen am 8. August. (AP)

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