Peschawar - An der bisher größten pakistanischen Demonstration seit Beginn des Karikaturen-Streits haben am Dienstag etwa 5.000 Menschen teilgenommen. Die aufgebrachte Menschenmenge in der Grenzstadt Peschawar verbrannte Puppen, die den dänischen Regierungschef und einen der dänischen Karikaturisten darstellen sollten. Angeführt wurde die Kundgebung von dem Chefminister der Provinz, Akram Durrani.
Vor der EU-Vertretung in der indonesischen Provinz Aceh demonstrierten mehrere hundert Studenten gegen die umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed. Sie trafen mit einem EU-Vertreter in Aceh zusammen. Auf den Philippinen verbrannten mehrere hundert aufgebrachte Muslime eine dänische Flagge.
Angesichts der anhaltenden Proteste rief die dänische Regierung die in Indonesien lebenden Dänen zum Verlassen des Landes auf. Es gebe keine angemessenen Sicherheitsvorkehrungen in Indonesien, sagte Botschafter Geert Aagaard Anderson am Dienstag.
In Teheran hatten am Montag hunderte Demonstranten Steine und Brandbomben auf die dänische Botschaft geworfen. Auch die österreichische Botschaft wurde angegriffen. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden in Afghanistan und Somalia mindestens fünf Menschen getötet.
Die umstrittenen Karikaturen erschienen erstmals im September in der dänischen Presse. Sie wurden danach von mehreren Zeitungen in anderen europäischen Ländern nachgedruckt. Der malaysische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi, der zurzeit den Vorsitz in der Islamischen Konferenz inne hat, verurteilte am Dienstag die europäischen Zeitungen, die die umstrittene Darstellung des Propheten als Terroristen abgedruckt hatten. In seine Kritik schloss er auch die malaysische Zeitung «Sarawak Tribune» ein, die eine der Karikaturen am Samstag veröffentlicht hatte.
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