Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
25.06.2009
Berlin – Die Qualität von Pflegediensten ist einer Untersuchung zufolge meist gut, allerdings hapert es häufig bei der Beratung. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest, die nach eigenen Angaben zum ersten Mal in Deutschland ambulante Pflegedienste getestet hat. Überprüft wurden 21 Anbieter in Mülheim an der Ruhr, da hier die Bürger zu den ältesten Deutschlands gehören. Neun von den 21 gestesteten Diensten stimmten der Veröffentlichung der Ergebnisse allerdings nicht zu.
Wenn sich Angehörige im Internet künftig Bewertungen ansehen, sollten sie auf die speziellen Bedürfnisse des Patienten achten, wie Katrin Androschow von der Stiftung Warentest sagt. Im Test durchweg sehr gut ist die Patientenorientierung. Das betrifft die Angaben von Patienten oder Angehörigen zu den Pflegekräften, wie beispielsweise Wünsche berücksichtigt wurden und ob ein Pflegevertrag abgeschlossen wurde.
Die Pflegequalität umfasst insgesamt vier Kriterien. Die pflegerischen Leistungen fielen dabei laut Test dreimal sehr gut, aber auch sechsmal nur befriedigend aus. Das betrifft unter anderem sachgerechtes Handeln bei der Gefahr von Druckgeschwüren (bei bettlägerigen Patienten) und Pflegebedürftigen mit Demenz. Besser sieht es bei den ärztlich verordneten pflegerischen Leistungen aus, was beispielsweise die Medikamentengabe oder Injektionen umfasst. Hier schneiden acht Dienste mit sehr gut ab.
Für die Angehörigen wäre besonders die pflegerische Leistung und die ärztlich verordnete pflegerische Leistung wichtig, erklärt Androschow. „Man sollte nicht nur einen Pflegedienst aufsuchen, sondern durchaus mehrere Gespräche führen, bevor eine Entscheidung getroffen wird“, rät sie. Auch sollten sich die Angehörigen informieren, bevor sie ein Beratungsgespräch führen, um zu wissen, worauf sie bei einem Pflegedienst achten müssen.
Bei der Beratung bemängelten die Testpersonen, es sei zu wenig über im individuellen Fall sinnvolle Leistungspakete beraten worden. Die neuen Regeln für Demenz- und psychisch Kranke kannten einige Pflegedienste nicht gut oder sogar gar nicht. Über die Gesamtkosten sowie den Eigenanteil wurde häufig nicht ausreichend informiert. Zudem wurde eine oft unruhige Gesprächssituation bemängelt, beispielsweise wegen Störungen durch Telefonklingeln. Ein Tester fasste zusammen, dass man sich durch eine schlechte Atmosphäre bei einem Anbieter nicht richtig aufgehoben fühle. (AP)
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