Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Raketen nahe Gaddafi-Residenz in Tripolis eingeschlagen – Karin Laub
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Keine Verletzten Raketen nahe Gaddafi-Residenz in Tripolis eingeschlagen

Karin Laub

23.04.2011

Tripolis – Zwei Raketen sind am Samstagmorgen nahe der Residenz des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi in Tripolis eingeschlagen. Sie wurden vermutlich von der NATO abgefeuert. Es waren laute Explosionen zu hören, Verletzte soll es aber keine gegeben haben.

Journalisten wurden zu einem Stück Land neben Bab al Asisija geführt, einem militärischem Komplex im Süden der Hauptstadt, wo sich neben Kasernen auch Wohnräume des Machthabers befinden. Zu sehen waren zwei Krater, die offenbar von Raketeneinschlägen herrührten und sich durch dicke Schichten von Stahlbeton gebohrt hatten. Durch die Einschläge wurden unterirdische Gänge freigelegt, die aussahen, als gehörten sie zu einem Bunkersystem.

Libyschen Regierungsvertretern zufolge wurde das Gelände als Parkplatz genutzt, doch eine Reihe olivfarbener Metallblöcke ließ eher auf ein militärisches Übungsgelände schließen.

Hamid Hassy, Oberst bei der libyschen Rebellenarmee, sagte, durch NATO-Luftangriffe seien 26 Kleintransporter und Pkw der Regierung zerstört worden. Der Samstag blieb jedoch zunächst weitgehend ruhig. Seit Wochen bewegt sich nichts an dem Frontverlauf im Osten zwischen dem Öl-Hafen Brega und Adschdibija.

Militär erwägt Rückzug aus Misrata

 

Am Freitagabend überraschte ein hochrangiger Vertreter der libyschen Regierung mit der Andeutung, dass sich das Militär aus der Stadt Misrata zurückziehen werde. Libysche Truppen hatten die Rebellenhochburg seit Wochen belagert, die Aufständischen zogen sich auf Positionen am Hafen zurück. Anfang der Woche konnten sie etliche Hochhäuser in der Innenstadt von Dutzenden Scharfschützen der Regierung zurückerobern, die Augenzeugen zufolge auf Wohnviertel geschossen haben.

Vize-Außenminister Khaled Kaim erklärte, Stammesanführer hätten dem Militär ein Ultimatum gestellt, wonach es sich zurückziehen solle, wenn es ihm nicht gelinge, die Kontrolle über Misrata zurückzuerlangen. Die Stammesanführer würden den Kampf gegen die Rebellen dann selbst in die Hand nehmen, sollten sich diese nicht ergeben.

Auf die Frage, ob das bedeute, dass sich das Militär aus Misrata zurückziehen werde, sagte Kaim, so stelle er sich das vor. Die Verhandlungen zwischen Militär und Stammesangehörigen dauerten jedoch an, fügte er hinzu. "Wir werden es den Stämmen um Misrata und den Bewohnern von Misrata überlassen, mit der Situation in Misrata umzugehen."

Misrata ist die drittgrößte Stadt Libyens und wird seit fast zwei Monaten von Gaddafis Truppen belagert. Bei den Kämpfen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen kamen Hunderte Menschen ums Leben.

(dapd)

 

 

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