Aktuelle Nachrichten – International
29.05.2008
Chengdu/China – Schwere Regenfälle im chinesischen Erdbebengebiet haben am Donnerstag die Sicherung eines neu entstandenen Sees behindert. Wegen des schlechten Wetters konnten Hubschrauber mit dringend benötigtem Baumaterial nicht starten, wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete. Hunderte Soldaten graben derzeit einen Kanal, über den das Wasser aus dem Tangjiashan ablaufen soll. Bereits am Mittwoch waren 160.000 Menschen aus Angst vor einer Überflutung in Sicherheit gebracht worden.
Der Pegel des Tangjiashan steigt jeden Tag um mehr als einen Meter, die Wassermassen sind bereits auf 130 Millionen Kubikmeter angeschwollen. Bei dem Beben vom 12. Mai haben Erdrutsche Flussläufe verstopft, dahinter bildeten sich riesige Stauseen, die sich in Flutwellen zu ergießen drohen. Im Katastrophengebiet sollte es auch am Donnerstag zunächst weiter regnen, wie das Meteorologische Büro erklärte.
Die Regierung gab die Zahl der Todesopfer durch das verheerende Beben der Stärke 7,9 mit 68.516 an. 19.350 Menschen wurden den Angaben zufolge noch vermisst.
Ein früherer Literaturprofessor erklärte unterdessen, er sei wegen seiner Kritik an der chinesischen Regierung im Zusammenhang mit dem Erdbeben zehn Tage inhaftiert worden. Guo Quan kam nach eigenen Angaben am Mittwoch auf freien Fuß. Er hatte in seinen Artikeln geschrieben, die Regierung habe Warnzeichen vor dem Erdbeben ignoriert. Außerdem hätten die Behörden umgehend auf die Gefahr aufgestauter Flüsse und Seen reagieren müssen. Guo äußerte auch Zweifel an der Sicherheit der Atomanlagen in der Region.
Wegen ihrer umstrittenen Äußerungen zum Erdbeben verzichtet das Modehaus Dior in China auf Werbung mit Sharon Stone. Dior veröffentlichte eine Stellungnahme, in der sich Stone für ihre Andeutungen entschuldigte, das Erdbeben gehe möglicherweise auf das schlechte Karma der chinesischen Regierung wegen der Behandlung der Tibeter zurück.
Es tue ihr sehr Leid, dass ihre „unangemessenen Worte“ das chinesische Volk verletzt hätten, erklärte Stone. Sie sei bereit, die Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben in China zu unterstützen. Bereits am Mittwoch hatte der Gründer einer der größten Kinoketten Chinas angekündigt, Stones Filme nicht mehr in seinen Kinos zu zeigen. Die chinesischen Medien hatten empört auf Stones Kommentar reagiert. (AP)
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