Aktuelle Nachrichten – Menschen
09.09.2012
Foto: ddp/Henning Kaiser
– Der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod ist nach Ansicht des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki Selbstbetrug. "Der Tod ist der Schlusspunkt", sagte der 92-Jährige dem Nachrichtenmagazin "Focus". Alles andere sei Wunschdenken. "Es ist wichtig, die Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist. Auch wenn mir nicht gefällt, was ich sehe", betonte er.
Dem Alter gewinnt der Literaturexperte wenig ab: "Wir stehen einem übermächtigen Gegner gegenüber, wir sind allein und werden immer schwächer. Dieser Gegner, die Zeit, wird immer stärker, und sie vernichtet nach und nach immer mehr von uns, ohne dass wir uns wehren können, bis sie uns schließlich ganz auslöscht." Das Gerede von Altersweisheit und Altersmilde bezeichnete er als "sentimentales Geschwätz".
dapd
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