Auf Safari in Simbabwe

Als Außenposten in der Savanne stehen die Safari-Camps in Simbabwe für Abenteuerlust und gehobene Gastlichkeit.

Eine Katze im Haus und doch keine Hauskatze?

Geschmeidig und auf weichen Pfoten betritt sie durch einen Hintereingang nahezu unhörbar den Speiseraum und betrachtet ungläubig die zum Dinner gedeckte Tafel. Soviel Esskultur hatte dem Leoparden in seinem Territorium bisher noch niemand geboten. Verunsichert sucht die stattliche Raubkatze mit einem kräftigen Sprung durch die geöffnete Vordertür ihr Heil in der Flucht. Zurück bleibt am ganzen Körper zitternd Lynn, die Chefin des „Big Cave Camps“ am Rande des Matobo Nationalparks von Simbabwe. Ihr Puls, so gesteht sie, erreichte zu diesem Zeitpunkt einen Wert von „gefühlten 5000“.
Gigantische Festungsanlage
Hätte sie nicht ahnen können, dass dieser Vorfall sich irgendwann einmal ereignen würde? Denn ihr Camp liegt inmitten einer bizarren Felslandschaft aus rund geschliffenen Granitblöcken, in deren Lücken sich die Gebäude unauffällig und zugleich stilvoll einfügen. Ein idealer Ort für neugierige und dazu abenteuerlustige Besucher im Südlichen Afrika. Und natürlich auch für scheue Leoparden, denen diese Felsenregion unzählige Verstecke bietet und sie vor den fotohungrigen Blicken aus den Safari-Geländewagen heraus schützt.
So wie die unmittelbare Umgebung der „Big Cave Lodge“ präsentiert sich auch der gesamte Matobo-Nationalpark. Als eine wie von Riesen erbaute gigantische Felsenfestung, bestehend aus wuchtigen Wehrtürmen  aufeinander geschichteter Granitfelsen, die sich Ehrfurcht gebietend aneinander reihen. Und die doch schon vor hunderttausend Jahren dem aus Afrika in den Rest der Welt aufbrechenden Homo Sapiens Schutz boten und seine kulturelle Entfaltung ermöglichten. So wie dem Volk der San, deren 6.000 Jahre alten erdfarbenen Höhlenmalereien hier noch relativ zahlreich und unversehrt zu entdecken sind.

Nächtliche Besucher
Ganz anders der weiter nördlich gelegene Hwange-Nationalpark mit seiner typischen Busch-Savannenlandschaft. Gut getarnt am Nordrand des Parks liegt das „Davison‘s Camp“ mit Blick auf eine Wasserstelle, an der sich gerade mehr als dreißig Elefanten mit großem Hallo ihren Badefreuden hingeben.
Die Wohnzelte des Camps sind als Musterbeispiele des Öko-Tourismus unter knorrigen Baumriesen versteckt und halten inmitten der Savannen-Wildnis, wie stets bei „Wilderness Safaris“, einen wunderbaren Wohnkomfort bereit. Zudem bietet der geharkte Sandboden am Außenrand des Zeltes eine gute Gelegenheit, um am nächsten Morgen bei der Spurensuche die nächtlichen Besucher anhand ihrer Fußabdrücke zu identifizieren. Drei Zebras in unmittelbarer Nähe schauen interessiert dabei zu.
Elefanten-Bälle als Nahrungsquelle

Die morgendliche Pirschfahrt gerät zu einer Mutprobe der besonderen Art. Denn Ranger Elliot rät dringend dazu, das schützende Geländefahrzeug zu verlassen und das an die Ngamo-Pfanne angrenzende Unterholz zu Fuß zu erforschen. Sind dort nicht gerade die männlichen Mitglieder einer Impala-Herde damit beschäftigt, in einer Rangauseinandersetzung ihre Stärke miteinander zu  messen? Und ist es denn zu glauben, was in einem nicht sonderlich gut verdauten Elefanten-Mistklumpen noch alles enthalten ist, um Tiere im unteren Bereich der Nahrungskette zufrieden zu stellen?
So gibt es abends am Lagerfeuer viel zu erzählen. Am meisten von jenen, denen es tagsüber vergönnt war, die an der Spitze der prestigeträchtigen Big Five stehenden Löwen und Leoparden in ihren Verstecken zu erspähen. Und dadurch nun selber in der Hierarchie der Spurensucher ganz nach oben zu rücken.
Flussabenteuer am Sambesi
Die nächste Safari-Station liegt weiter nördlich direkt am Ufer des behäbig dahin strömenden Sambesi. Jener Mutter aller Flüsse, deren Wassermassen durch den Kariba-Damm zum Kariba-See aufgestauet werden. Riesige Dimensionen, betrachtet man sie aus der Perspektive des kleinen Cessna-Propellerflugzeugs auf dem Weg zum Mana Pools Nationalpark. Schnell ist dort mit dem „Ruckomechi Camp“ der dritte Höhepunkt der Simbabwe-Safari erreicht. Bei der Ankunft ist gerade eine kleine Elefantenherde damit beschäftigt, dem Wohnbereich der Anlage einen Besuch abzustatten. Gemächlich grasend zieht sie sodann auf dem Grünstreifen am Sambesi-Ufer weiter dem Sonnenuntergang entgegen.

Dessen magische Kraft ergreift nun auch Besitz von den Gästen im Camp. Sie lassen sich nicht zweimal bitten, zum „Sundowner“ mit einem Boot den Fluss  hinaufzufahren.  Krokodile schauen von den Sandbänken aus dösend dabei zu, wie sich unerwartet aus dem Wasser auftauchende Hippo-Familien immer wieder lautstark zu Wort melden, bis die kurze Dämmerung nahtlos in die legendäre „Afrikanische Nacht“ übergeht.
Traumhaus Baumhaus
Wo könnte man diese intensiver erleben als auf der Plattform eines einsam gelegenen Baumhauses? Selbst für Ranger Engilbert immer wieder ein neues Erlebnis, wenn die Nacht ihren dichten Klangteppich über der Sumpf-Savannenlandschaft ausbreitet, in der Tausende von Zikaden den Ton angeben, ergänzt durch schwer einzuordnendes Tiergeschrei. In der Ferne sogar das röchelnde Gebrüll eines Löwen? Welch ein Sommernachtstraum auf afrikanisch!
Am unheimlichsten ist die Stimmung kurz vor Mondaufgang, wenn von der Milchstraße das Kreuz des Südens hell herunter strahlt. Dann sorgen im Lichtkegel eines roten Scheinwerfers helle Lichtpunkte im Umkreis  für Verwirrung. Nicht jedoch bei Ranger Engilbert, der sie schnell als die elf Augenpaare beutehungriger Krokodile identifiziert.
Noch lange vor dem Einschlafen unter dem aufgespannten Moskitonetz, das sich in dieser Nacht zum Glück als überflüssig erweist, halten die Geräusche an und wirken irgendwann gegen Mitternacht wie das Wiegenlied der afrikanischen Savanne. Zweifellos eine der Safari-Sternstunden im südlichen Afrika.
www.wilderness-safaris.com; www.bigcavematopos.com; www.abendsonneafrika.de;