Neuer Luxus auf den Malediven: Barfuß zurück zur Natur + Fotogalerie

Liegt das Paradies im Jenseits oder im Abseits?“ Mit sanftem Schwung erklimmt der Bug des kleinen Motorboots den feinsandigen flachen Strand, aus dem das Eiland allein zu bestehen scheint. Eine …

Liegt das Paradies im Jenseits oder im Abseits?“ Mit sanftem Schwung erklimmt der Bug des kleinen Motorboots den feinsandigen flachen Strand, aus dem das Eiland allein zu bestehen scheint. Eine weiße Sandbank mitten im Indischen Ozean und sonst nichts. Wäre da nicht, im gleißenden Sonnenlicht zunächst nur mit Mühe erkennbar, jene reetgedeckte kleine Dachkonstruktion, unter der vier fleißige Hände im Gewirr von Tellern, Töpfen und Schälchen ein Mittagsmenu zubereiten. Davor, als improvisierter Speisesalon, ein schützender Sonnenschirm, unter dem bereits zwei Liegestühle den soeben eingetroffenen Gästen einen romantischen Nachmittag versprechen.

Nach der Vorspeise aus frisch zubereiteten Salaten zaubern die beiden Köche aus einem unter dem heißen Sand verborgenen Erdofen mehrere von Bananenblättern umhüllte dampfende Päckchen hervor. Es kann also serviert werden. Und während nur wenige Schritte entfernt das Wasser des Indischen Ozeans gegen die kleine Sandbank schwappt, wird das feierlich zelebrierte Mittagsmahl in der Einsamkeit der kleinen Ausflugsinsel zu einem wahrhaft paradiesischen Erlebnis.
 Die Spitzenresorts der Malediven, „Soneva Fushi“ und „Velaa Private Island“, bezaubern mit ausgefallenen  Angeboten.

Robinson-Inselresort
Bereits der Anflug im kleinen Wasserflugzeug von der Malediven-Hauptstadt Male aus hat die Sinne geschärft für eine wie von Zauberhand geschaffene Meereslandschaft. Vergleichbar  ovalen Perlenketten leuchten die Atolle aus dem türkisfarbenen Wasser herauf und versprechen ein unvergleichliches Inselerlebnis.  Ziel des etwa halbstündigen Fluges ins nördlich gelegene Baa-Atoll ist das bereits legendäre Robinson-Inselresort Soneva Fushi mit seinem vorherrschenden Stil des „Slow Life“. 
Schon steht „Mr. Friday“ als persönlicher Gehilfe für die nächsten Tage mit einem  lautlosen Elektromobil für eine erste Orientierungsfahrt bereit. Vorbei an dem einzigen Observatorium  der Malediven und dem „Six Senses“-Spa, in dem sich bei einem breiten Angebot von Behandlungsmethoden  jeder Jetlag sofort effektiv wegmassieren lässt.
[–Sündhaftes Schokoparadies–]
Als die wohl beliebteste Anlaufstelle während des ohnehin komfortablen Robinson-Daseins auf der Insel erweist sich der Schokoladen- und Eiscremeraum. Treffpunkt fast rund um die Uhr für Schleckermäuler jeden Alters bei handgemachter Pralinen-Auswahl und exotischen Eis-Spezialitäten. Somit zweifellos die sündhafteste Ecke im Reich von Sonu und Eva Shivdasani, den Namensgebern des von Ihnen ins Leben gerufenen Soneva-Inselparadieses.  
Damit es jedoch nicht zu üppig zugeht, hält das Resort mit seinem „Fresh in the Garden“-Restaurant ein Alternativprogramm bereit. Auf langen Stelzen hoch in den tropischen Baumkronen gelegen, blickt Chefkoch Christopher Warwick hinab in einen der Insel-Gemüsegärten. Hier findet er zu jeder Zeit eine genügende Auswahl von frischen Kräutern und Zutaten, um damit seine ausgefallenen Speisen abzurunden und zu veredeln.
Jenseits des Luxus
Auf andere Weise stilvoll erweist sich das „By the Beach“-Restaurant, in dem Chefkoch Naoki Eguchi aus Tokyo mit japanischen und koreanischen Gerichten seine Gäste verzaubert. Das verlangt nach sportlicher Betätigung. Zum Beispiel in der Tauchschule von Thomas Wälchli, der als Urgestein des Resorts die Berge seiner Schweizer Heimat gegen die lebhafte Welt des Korallenriffs eingetauscht hat. Für seine Tauchgäste ein Urerlebnis voller Intensität, das typisch zu sein scheint für eine Vielzahl der  Malediven-Inseln.

So natürlich auch für Velaa Private Island, einem erst vor wenigen Monaten eröffneten Hideaway weiter nördlich im Noonu-Atoll. Vom ausgefallenen Angebot und vom eigenen Selbstverständnis her bereits angesiedelt „jenseits des Luxus“, steht hier das ungestörte Privatleben der Gäste im Vordergrund, die die kostbaren Tage ganz für sich verbringen möchten. Zwar ist zum Sonnenuntergang der Anlegesteg ein beliebter Treffpunkt, wenn sich hier während der Fütterungszeit zahlreiche dunkle Rochen-Silhouetten schattenhaft an die Oberfläche drängen.   
Leichtigkeit des Seins
Doch für den, der das gepflegte Alleinsein bevorzugt, geht es auch ohne. Dafür stehen wunderbar konzipierte Strandvillen zur Verfügung, die in der Tat während des Aufenthalts Zeit und Raum vergessen lassen. Oder für die Weinprobe in kleiner Runde ein Weinkeller, der hier entgegen allen Erwartungen als modernistisch gestalteter Metallturm ins Auge fällt. Zu ebener Erde die festlich gedeckte Tafel und an der runden Turm-Innenwand international ausgesuchte Wein-Spezialitäten, die ringsum aus einem drehbaren Fahrstuhl heraus ausgesucht werden können.
Den kulinarischen Höhepunkt von Velaa Private Island indes bietet das hallenförmig gestaltete Aragu-Restaurant. Als heimischer Pfahlbau knapp über der Wasseroberfläche konzipiert und über einen leicht geschwungenen Holzsteg erreichbar. 365 vom Reetdach herab hängende metallisch glitzernde fliegende Fische tragen neben ausgesuchten Speisen und erlesenen Weinen bei zum unmittelbaren Erleben der Leichtigkeit des Seins. Einem Wohlfühl-Konzept, wie Resortleiter  Mohamed Nihaj es von Beginn an mit gutem Erfolg anstrebt.
Paradies im Abseits
Kein Wunder also, dass sich Malediven-Angebote dieser Art einer immer stärkeren Beliebtheit erfreuen. So Dominik Babel, der als Leiter der „Elegant Travel“-Reiseagentur solche Aufenthalte an der Spitze des Malediven-Angebots möglich macht. Barfuß und Luxus bilden für ihn keinen Widerspruch bei dieser Art von „intelligentem Luxus“, in dem Annehmlichkeit und Nachhaltigkeit eine nahtlose Verbindung eingehen. So ist auch nach seinem Empfinden hier im maledivischen Abseits das Paradies längst Wirklichkeit geworden.
www.soneva.com; www.velaaprivateisland.com; www.visitmaldives.com