Parc des Topiaires in Durbuy – Belgien ist eine Reise wert

Es begann alles mit einem kurzen Gespräch: „Sie haben zwei Nächte im ‚Vieux Durbuy‘ gebucht. Wissen Sie, dass es in Durbuy/Belgien nur wenige Gassen gibt, eine Promenade und einen Platz? …

Es begann alles mit einem kurzen Gespräch:

„Sie haben zwei Nächte im ‚Vieux Durbuy‘ gebucht. Wissen Sie, dass es in Durbuy/Belgien nur wenige Gassen gibt, eine Promenade und einen Platz? Wie wollen Sie sich hier bloß die Zeit vertreiben?“, fragt die ältere Dame an der Rezeption das neu eingetroffene Paar. Doch schon bald werden die beiden Neuankömmlinge feststellen, dass Madame keine Ahnung hat, wo sie wohnt. Die belgische Stadt Durbuy in den Ardennen ist mit unter 500 Einwohnern zwar die kleinste der Welt, verstecken muss sie sich aber nicht. In der Tat könnte man Durbuy in Belgien schnell durchlaufen, wären da nicht die holprigen Pflastersteine. Sie allein schon zwingen den Gast, ohne Hektik durch die Gassen zu schlendern. Oder sich einer Kutsche anzuvertrauen, ganz dem mittelalterlichen Stadtbild angepasst. In Durbuy fällt als erstes auf, dass sich ein Restaurant ans andere reiht.

Das muss auch so sein. Denn Durbuy gilt als Gastronomie-Mekka. Wer es ausprobiert, wird dem zustimmen. Ein schlichtes Zwei-Gang-Menü kann man schon ab zehn Euro bekommen, für ein ausgezeichnetes Vier-Gänge-Menü zahlt man gerade mal 30 Euro oder weniger. Pommes frites gehören meist dazu, denn den Belgiern sagt man nach, sie fertigten die besten Fritten. Überall in Belgien stehen die „Friteries“-Kioske, nur nicht in Durbuy. Allerdings gibt es einen Hamburger-Laden und eine Pizzeria. Auch der Wein ist bezahlbar. Eine Spezialität ist das Marckloff-Bier der Mikrobrauerei Ferme au Chêne mit kräftigem malzigen Geschmack. Auf der Terrasse über dem Fluss Ourthe kann man es verkosten. In Durbuy stehen 25 Hotels für die eine Million Übernachtungen im Jahr zur Verfügung.

Kajakfahrer bevölkern die schnell fließende Ourthe und haben viel Spaß dabei, wie man vom Ufer aus sehen kann. Die Ourthe windet sich in einer malerischen Schleife um Durbuy herum. Bei schönem Wetter lädt die waldreiche Ardennen-Landschaft in Belgien geradezu ein, einen Kajaktörn zu unternehmen. Die gemäßigten Strömungen der Ourthe bieten auch eher unsportliche Gelegenheit, sich in diesem Sport zu üben. Neben Kajaks stehen auch Kanus, Raftingangebote und Flöße zur Verfügung. Unbedingt einsteigen muss man in den kleinen Touristenzug, der einen hoch hinauf zum Belvedère bringt und zu einem einzigartigen Ausblick auf das  mittelalterliche Rund, das im Jahre 1331 Stadtrecht erhielt. Heraus ragt das Schloss der Herzöge von Ursel, das, im Privatbesitz, nicht besichtigt werden kann. Stattdessen das zum Schloss gehörende ansehnliche Haus, das der Concierge bewohnte und das heute das Restaurant „Le Fou du Roy“ beherbergt. Besichtigen aber darf man den „Parc des Topiaires“ auf der anderen Uferseite der Ourthe, über eine Brücke erreichbar.

Er ist einzigartig auf der Welt. Was man aus königlichen Barock- und Renaissancegärten kennt, das Stutzen und geometrische Formen von Pflanzen und Sträuchern, trieb Monsieur Albert Navez zur Vollendung. Über 250 Figuren aus immergrünem Buchsbaum hat er geschaffen, Tiere wie Pfauen, Eichhörnchen, Katzen, Krokodile, Schwäne, Schildkröten, Hirsche samt Geweih, aber auch Kaffeekanne und Tasse, Füllhorn, Blumenkörbchen, ja sogar die Mitra des Papstes. Im Schnitt sind die grünen Figuren rund 40 Jahre alt. Der sitzende Elefant im „Parc des Topiaires“ überragt mit vier Meter Höhe alle und ist bereits 80 Jahre alt. Das Manneke Pis verrichtet das gleiche Geschäft wie in der Hauptstadt von Belgien, Brüssel und ist auch hier 58 Zentimeter groß. Zwei für Durbuy typische Kajaks samt Insassen präsentieren sich im „Parc des Topiaires“ ebenso, wie ein aus dem Holzsessel winkender Mann, ein Pärchen auf dem Sofa, eine in der Wanne Badende und eine üppige Schöne, die in Wettstreit zu Pamela Andersen treten könnte. Anrührend die Entenmutter mit ihren Küken und die Teddyfamilie. Kauft man sich nach dem Rundgang beispielsweise einen Teddybären, „Mr. Buddy Green“ genannt, erkennt man sehr gut die Technik. Eisendraht zeigt die Basisstruktur.

Der Buchsbaum darunter muss nur noch wachsen und mit Hilfe eines liebevollen Gärtners in Form gebracht werden. Was über den Draht hinauswächst, wird beschnitten, also gestutzt. Bis man irgendwann den Draht entfernen kann und der Teddy auf „eigenen Beinen“ steht. Ganz in Grün zeigt sich auch das Maislabyrinth „Le Labyrinthe“ von Barvaux bei Durbuy/Belgien. Jedes Jahr von Juli bis Ende August und am Wochenende im September ist es geöffnet, immer unter einem neuen Thema.  Hölzerne Aussichtstürme verschaffen dem Besucher einen guten Überblick, wie so ein Irrgarten aus Maispflanzen angelegt ist und wie man zur Not wieder herausfindet. Im grünen Umfeld des Parks Roi Baudouin mitten in Durbuy steht ein Bronzemann von 1,75 Metern und hält zehn Wasser speiende Fische in seinen Armen. Gestaltet hat ihn einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Belgiens: der 2005 verstorbene Jean-Michel Folon. Dieser Fischbrunnen macht Appetit auf mehr. Im Kornhaus, Vieille Halle aux Blés, wird er gestillt. Das architektonisch reizvolle Gebäude, das alt und neu geschickt verknüpft, zeigt u. a. Folon Wandteppiche und Keramiken sowie weitere Skulpturen.

Kleiner Überflug durch den Garten. Viel Vergnügen!

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