Unternehmen – Reisetochter beflügelt Arcandor-Umsatz – DAPD
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Reisetochter beflügelt Arcandor-Umsatz

DAPD

30.01.2008

Der Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Thomas Middelhoff während der jährlichen Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens in Duesseldorf. (AP Photo/Frank Augstein) )
Der Vorstandsvorsitzende von Arcandor, Thomas Middelhoff während der jährlichen Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens in Duesseldorf. (AP Photo/Frank Augstein) )

Düsseldorf – Der Ausbau der Reisesparte hat dem Touristik- und Handelskonzern Arcandor (Thomas Cook, Karstadt, Quelle) 2007 einen Wachstumssprung beschert. Der bereinigte Konzernumsatz stieg im neunmonatigen Rumpfgeschäftsjahr 2007 um 72 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro. Der Gewinn wuchs allerdings nicht mit. Im Gegenteil: Steuereffekte ließen das Nettoergebnis um 97 Prozent auf 16,3 Millionen Euro einbrechen.

Arcandor-Chef Thomas Middelhoff fasste die Lage des Konzerns im Jahr drei nach der Beinahepleite des Unternehmen mit den Worten zusammen: „Wir haben bei der Neuausrichtung des Arcandor-Konzerns schon viel erreicht, aber es ist noch eine Menge zu tun.“

Die größten Fortschritte hat der Konzern im Touristikbereich erzielt. Durch Zukäufe und die Fusion mit dem britischen Konkurrenten MyTravel hat sich die Reisesparte inzwischen zum wichtigsten Standbein des Konzerns entwickelt und liefert rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes sowie derzeit den ganzen Gewinn. Dagegen kämpften sowohl die Karstadt-Warenhäuser, als auch die Versandhandelssparte Primondo zwischen Januar und September vergangenen Jahres weiter mit den roten Zahlen.

Größtes Sorgenkind des Konzerns ist derzeit die Warenhaustochter Karstadt. Die Handelskette musste zwischen Januar und September Umsatzeinbußen von 2,7 Prozent hinnehmen. Der Verlust fiel mit minus 34 Millionen Euro nur geringfügig kleiner aus als im Vorjahr. „Im Warenhaus befinden wir uns in einer tiefgreifenden Repositionierung. Die neuen Konzepte brauchen natürlich etwas Zeit, um zu wirken“, sagte Konzernchef Thomas Middelhoff.

Erste Früchte seiner Sanierungsarbeit erntet Arcandor inzwischen bei der Versandhaustochter Primondo. Nach mehreren Krisenjahren gelang dem Versandhandel im Weihnachtsgeschäft die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, wie Middelhoff berichtete. Und auch im restlichen Geschäftsjahr 2007/2008 werde Primondo ein positives Betriebsergebnis erwirtschaften, sagte der Manager.

Middelhoff, der Arcandor Endes dieses Jahres verlassen will, bekräftigte die Prognose, dass der Essener Konzern im Geschäftsjahr 2008/09 einen Umsatz von mehr als 23 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebitda von mehr als 1,3 Milliarden Euro erreichen werde. Der Manager sieht sich in dieser Erwartung durch den Start ins neue Geschäftsjahr bestätigt.

Für die Börse wogen offenbar die Wachstumserfolge des Konzerns schwerer, als der Ergebniseinbruch. Die Arcandor-Aktie gewann zeitweise bis acht Prozent an Wert, gab allerdings einen Teil des Gewinns später wieder ab. Allerdings erfolgte die Kurserholung auf niedrigem Niveau. In den vergangenen Monaten hatte sich der Wert der Karstadt-Aktie praktisch halbiert. (AP)

 

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