Unternehmen – Rekordjahr beschert Bauern wachsende Einkommen – Philipp Heinz
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Landwirtschaft profitiert Rekordjahr beschert Bauern wachsende Einkommen

Philipp Heinz

13.12.2011

"Die Landwirtschaft schrumpft nicht mehr, sondern wir bauen unseren Produktionsbereich aus", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner. Foto: Sascha Schuermann/dapd Photo
"Die Landwirtschaft schrumpft nicht mehr, sondern wir bauen unseren Produktionsbereich aus", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner.

Foto: Sascha Schuermann/dapd Photo

Berlin – Die deutschen Bauern haben im abgelaufenen Wirtschaftsjahr so viel Geld eingenommen wie nie zuvor. Die Agrarbranche habe den Produktionswert dank hoher Preise für Getreide und Kartoffeln um zwölf Prozent auf fast 52 Milliarden Euro gesteigert, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Gerd Sonnleitner, am Dienstag in Berlin.

Allerdings profitierten nicht alle Bauern: Die Einkommen der Schweine- und Geflügelzüchter brachen demnach im Schnitt um 30 Prozent auf knapp 21.000 Euro ein. Die Ackerbauern erholten sich dagegen von den beiden zurückliegenden Krisenjahren und verdienten durchschnittlich 38.500 Euro pro Arbeitskraft.

Das Wetter machte es den Bauern 2011 nicht leicht. Im Frühjahr war es ungewöhnlich trocken, zur Erntezeit dann zu nass. Dennoch habe es bei Feldfrüchten, die spät geerntet werden, wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben "sehr gute Erträge" gegeben, sagte Sonnleitner.

Zwei Krisen der Landwirtschaft hätten im abgelaufenen Jahr für viel Aufsehen gesorgt, sagte der Bauernpräsident. Ein krimineller Futtermittelhersteller sei für den Dioxinskandal verantwortlich und habe das Image der Schweine- und Geflügelhersteller beschädigt, obwohl diese völlig unschuldig gewesen seien.

Am schlimmsten habe es aber eine andere Sparte getroffen. "Die Ehec-Krise war das Schlimmste, was unsere Gemüsebauern seit Tschernobyl erlebt haben", sagte Sonnleitner. Die fehlerhaften Warnungen hätten Millionen gekostet, die trotz Entschädigungen bei einigen Gemüsearten nicht annähernd ausgeglichen worden seien.

Landwirtschaft wächst wieder

Im kommenden Jahr rechne der DBV mit einer Eintrübung der wirtschaftlichen Lage, die aber eine insgesamt gute Entwicklung der Agrarbranche nicht verhindern werde, sagte Sonnleitner. "Die Landwirtschaft schrumpft nicht mehr, sondern wir bauen unseren Produktionsbereich aus." Er verwies darauf, dass bereits in diesem Jahr die Zahl der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft von 648.000 auf 660.000 gestiegen sei.

Der DBV erwartet, dass die Preise auf den Agrarmärkten im kommenden Jahr relativ stabil bleiben werden – falls es keine Überraschung auf den Weltmärkten gibt. Trotz der knappen Versorgungssituation müssten die Verbraucher nicht mit stark steigenden Kosten rechnen. In diesem Jahr habe die Inflation bei Nahrungsmitteln nur bei 2,8 Prozent gelegen.

Die Bauern müssten sich aber weiter auf höhere Ausgaben einstellen, sagte Sonnleitner. "Wir fürchten, dass die Kosten für Düngemittel und Energie weiter sehr stark steigen werden."

Der Spekulation mit Lebensmitteln soll nach den Vorstellungen des DBV mit mehr Transparenz auf den Märkten begegnet werden. Die hohe Geldmenge und niedrige Zinsen begünstigten die Bildung von Blasen. Warentermingeschäfte seien an sich aber kein verdammungswürdiges Instrument von Spekulanten, sondern nützten Bauern und Händlern, um verlässliche Preise zu erzielen, erklärte der Bauernpräsident. "Die brauchen wir zur Absicherung."

 

(dapd)

 

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