Aktuelle Nachrichten Europa – Rekordverdächtiger Stau am Gotthard – DAPD
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Längster Stau seit zehn Jahren Rekordverdächtiger Stau am Gotthard

DAPD

19.07.2009

Zürich/Bern – Ferienverkehr und schlechtes Wetter haben am Wochenende am Gotthard einen rekordverdächtigen Stau verursacht. Am Samstag standen die Autos vor dem Nordportal auf 24 Kilometern. Das war der längste Stau seit zehn Jahren. Auch in der Gegenrichtung war Geduld gefragt. Es gab wenige schwere Unfälle.

Vor dem Gotthard-Strassentunnel in Richtung Süden hatte die Geduldsprobe bereits am Freitag mit einem Zehn-Kilometer-Stau begonnen. Am frühen Samstagmorgen waren es bereits 15 Kilometer. Etwa am Mittag wurde die Tageshöchstlänge von rund 24 Kilometern erreicht. Dies bedeutete eine Wartezeit von rund sechs Stunden.

Die Rekordmarke von 28 Kilometern Stau vor dem Gotthard von Pfingsten 1999 blieb damit bestehen. In den vergangenen zehn Jahren gab es aber keinen ähnlich langen Stau mehr. Damals war mit der A13 über den San Bernardino eine wichtige Ausweichroute wegen Hochwassers gesperrt und auch die Gotthard-Passstrasse geschlossen. Ein Grund für die langen Kolonnen am Samstag war laut Polizei neben dem allgemein hohen Verkehrsaufkommen das Regenwetter. Deswegen seien viele Automobilisten nicht auf die Passstrasse auswichen. Der Tunnel sei damit noch stärker frequentiert worden als bei gutem Wetter. Die Polizei hatte rund 15 Kilometern Stau erwartet.

Bis am frühen Samstagabend bildete sich der Stau in Richtung Süden kontinuierlich bis auf rund drei Kilometer zurück. In Richtung Norden, wo die Blechkolonne zeitweise auch zehn Kilometer lang war, standen die Fahrzeuge zur gleichen Zeit noch auf einer Länge von rund sieben Kilometern. Auch am Sonntag gab es vor dem Nordportal zeitweise drei Kilometer Stau. Auch das Wetter für Passfahrten war wieder besser.

Das zweite Nadelöhr auf der stockenden Reise in Richtung Italien befand sich am Samstag am Grenzübergang in Chiasso. Hier blieben die Fahrzeuge zum Teil ebenfalls auf einer Länge von mehr als zehn Kilometern stehen, was einen weiteren Halt von mindestens zwei Stunden bedeutete. Am Vereina-Autoverlad im Kanton Graubünden betrug die Wartezeit in beide Richtungen bis zu zwei Stunden.

Schwere Unfälle gab es laut Polizeimitteilungen wenige. Im Tessin kam am Sonntagmorgen um etwa sechs Uhr ein 22-jähriger Autofahrer nach zwei Selbstunfällen bei Sementina und Gudo ums Leben. Er war mit seinem Auto zunächst ins Schleudern und dabei in einen Acker geraten, konnte aber die Fahrt fortsetzen. Schliesslich landete er in einem Weinberg und wurde aus dem Wagen geschleudert. Der Mann starb auf der Unfallstelle. Bei einem Verkehrsunfall mit fünf Autos und drei Motorrädern in La Punt Chamues-ch im Unterengadin wurden am Samstagnachmittag vier Personen teils schwer verletzt. (AP)

 

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