Berlin – Der Einzelhandel muss sich nach Einschätzung von Rewe-Chef Alain Caparros keine Umsatzsorgen machen. Er sagte der Tageszeitung „Die Welt“ auf die Frage, ob der Einzelhandel ein Konjunkturprogramm brauche: „Ein klares Nein. Der Handel selbst ist ein Konjunkturprogramm.“ Caparros kündigte 25.000 neue Arbeitsplätze in 750 zusätzlichen Filialen allein in Deutschland an. „Wir suchen händeringend gute Mitarbeiter“, sagte der Chef des zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändlers. „Europaweit werden wir 2.100 Filialen neu eröffnen, das sind fast 82.000 neue Mitarbeiter.“
Der Einzelhandel sei „ein Job-Motor“, erklärte Caparros. „In allen unseren Geschäftsfeldern laufen wir in oder über unserem Planungskorridor. Auch mit dem Geschäft im September und Oktober bin ich hoch zufrieden.“
Der Rewe-Chef kritisierte Pessimisten in seiner Branche: „Ich finde es bemerkenswert, wie viele Untergangspropheten es gibt, die jetzt noch Öl ins Feuer gießen und sich dann wundern, wenn die Krise noch länger dauert.“ Die Krise werde überwunden, meinte Caparros, „der klassische Lebensmittelhandel wird geradeaus laufen“. Das Problem sei, „dass in einem an sich intakten Wirtschaftsmotor der Ölfilm gerissen ist“.
Der Chef der Handelsgruppe Tengelmann, Karl-Erivan Haub, hatte seiner Branche das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit vielen Jahren vorausgesagt.
Caparros kündigte an, Rewe werde „auf Spur bleiben, was unser Investitionsverhalten angeht. Sparprogramme in der Krise kommen immer zu spät. Meine Devise ist: Man muss sein Schiff schon bei strahlendem Sonnenschein immer wetterfest halten.“ (AP)
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