Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
16.10.2008
Frankfurt/New York – Die steigende Angst vor einer weltweiten Rezession hält die Börsen weiter fest im Griff. In Frankfurt sackte der Deutsche Aktienindex (DAX) am Donnerstag um mehr als 200 Zähler unter 4.700 Punkte. Auch die hochnervöse Wall Street drehte erneut deutlich ins Minus. Die asiatischen Börsen waren zuvor teils dramatisch eingebrochen.
Der DAX verlor schon zum Handelsbeginn mehr als 5 Prozent, lag dann zwischenzeitlich sogar etwas im Plus, um zum Börsenschluss schließlich ein Minus von 4,91 Prozent auf 4.622,81 Punkte auszuweisen. Der MDAX gab um 5,65 Prozent auf 5.337,79 Zähler nach, der TecDAX um 4,82 Prozent auf 526,35 Punkte.
Größte Verlierer im DAX waren Deutsche Post AG mit über 14 Prozent, Deutsche Börse mit über 12 Prozent und BASF mit rund 9 Prozent. Gewinner waren Infineon mit über 5 Prozent, Volkswagen mit rund 2 Prozent sowie adidas und Hypo Real Estate mit über 1 Prozent.
Der Dow-Jones-Index, der am Mittwoch in New York mit 733 Punkten oder 7,87 Prozent den zweithöchsten Tagesverlust seiner Geschichte erlebt hatte, notierte im Vormittagshandel weitere 248 Zähler oder 2,9 Prozent tiefer bei 8.329,97 Punkten. Der Nasdaq gab 1,63 Prozent auf 1.601,81 Punkte ab.
Die Börse in Japan musste den größten Absturz seit zwei Jahrzehnten hinnehmen. Der Nikkei-Index brach um 1.089,02 Punkte oder 11,41 Prozent ein und ging bei 8.458,45 Punkten aus dem Handel. Das war das größte Minus seit dem Börsencrash von 1987. Ministerpräsident Taro Aso machte die USA verantwortlich. Das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket sei unzureichend, sagte der Regierungschef vor Abgeordneten in Tokio.
„Der massive Ausverkauf an der Wall Street hat eine weitere Verkaufswelle in Tokio ausgelöst“, sagte der Analyst Kazuki Miyazawa von Daiwa Securities. „Aber was die amerikanischen und japanischen Märkte wirklich unter Druck setzt, ist die wachsende Angst vor einer globalen Rezession.“
In Hongkong brach der Hang-Seng-Index zeitweise bis zu 8 Prozent ein und schloss mit einem Verlust von 4,8 Prozent. In Südkorea gab der Leitindex um 9,25 Prozent nach. Dort hatte die Ratingagentur Standard & Poor's eine mögliche Abstufung von sieben Großbanken nicht ausgeschlossen. Singapur lag 7,3 Prozent im Minus, Australien 6,7 Prozent.
Die Aktienmärkte haben nach der jüngsten Talfahrt ungefähr wieder das Niveau vom Anfang der Woche erreicht, bevor die Euphorie über die staatlichen Rettungspläne vorübergehend für kräftige Gewinne gesorgt hatte.
Der Euro verlor gegenüber dem Dollar erneut. Sein Referenzkurs wurde am Nachmittag mit 1,3507 Dollar festgestellt, nach 1,3625 Dollar am Mittwoch. (AP)