Aktuelle Nachrichten – Unterhaltung
23.08.2012
Foto: dapd/Maja Hitij
Bodman-Ludwigshafen – Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hat seine Strafe anerkannt: Sechs Monate nach seiner Verurteilung durch das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stockach überreichte der Politiker am Donnerstag in Bodman-Ludwigshafen am Bodensee rund 118 Liter Blauen Spätburgunder vom Königsweingarten, Jahrgang 2011. "Ich bin nach wie vor der Meinung, es war ein krasses Fehlurteil", verteidigte sich Rösler. "Aber die Deutschen sind ja als Zahlmeister in Europa bekannt und ich möchte kein Zechpreller sein."
Bei der Fastnachtsveranstaltung Mitte Februar war der Politiker wegen der "Produktion von Seifenblasen in seiner Partei" schuldig gesprochen und zur Zahlung von zwei Eimern Wein verdonnert worden. 1,2 Prozent wurden ihm schließlich erlassen - der Rabatt bemaß sich am Ergebnis der FDP bei der Saarland-Wahl.
Der Chefankläger des Stockacher Narrengerichts, Thomas Warndorf, nannte das Urteil rückblickend "sehr mild". Mit der Übergabe des Weins habe Rösler aber nun die Richtigkeit seiner Strafe anerkannt.
Weitere vor ihm prominente Verurteilte, die ebenfalls ihre Vergehen in flüssiger Traubenform wieder gut machten, waren Angela Merkel (CDU), Guido Westerwelle (FDP) und Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der verstorbene CSU-Politiker Franz Josef Strauß dagegen ist der einzige, der 1979 Bier als Wiedergutmachung liefern durfte. Wer im kommenden Jahr in Stockach am "Schmotzigen Dunschtig" auf der Anklagebank des Narrengerichts sitzen wird, steht noch nicht fest.
dapd
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