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Rosenöl statt Opium

DAPD

13.02.2007

Bonn – Rosenöl könnte für die Bauern in Afghanistan eine Alternative zu Opium werden. Statt der Mohnpflanze für die Rauschgiftproduktion bauen nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe in Bonn 360 Bauern in der ostafghanischen Provinz Nangarhar Damaszenerrosen an. Ein Liter Rosenöl im Wert von rund 5.000 Euro könne pro Hektar erzielt werden, berichtete die Welthungerhilfe am Dienstag.

„Der Rosenanbau ist eine lukrative Alternative zum Anbau von Opium“, sagte Welthungerhilfe-Regionalgruppenleiterin Renate Becker. „Rauschgift gilt als 'unislamisch', doch die Armut lässt vielen Bauern keine andere Wahl.“ Die Rose hat zudem im Islam eine besondere Bedeutung: Sie gilt als Blume des Propheten.

Das Projekt begann im Oktober 2004. Die bevorstehende zweite Ernte verspreche gute Erträge, erklärte Becker. „Das Wetter ist gut, die Rosen sind voller Knospen.“ Es ist geplant, insgesamt drei Liter zertifiziertes Rosenöl zu gewinnen, besonders hochwertiges, ökologisch gewonnenes Rosenöl. Abnehmer ist nach den Angaben der Welthungerhilfe ein schwäbischer Naturkosmetikhersteller. Außerdem sollen weitere drei Liter Rosenöl vermarktet werden, ebenso das Abfallprodukt Rosenwasser und die Rosenblüten selbst.

Bis 2008 sollen nach den Angaben der Welthungerhilfe auf 65 Hektar Damaszenerrosen ökologisch angebaut werden. Das Projekt umfasst die Beratung der Bauern im Anbau der Rosen, den Aufbau einer Pflanzschule, Rosenwasser- und Rosenöl-Destillen sowie die internationale Vermarktung des Rosenöls an die Kosmetikindustrie und den regionalen Verkauf von Rosenwasser für Kosmetik, Medizin und für Süßspeisen.

(AP)

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