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Zugang zu Kindern Roth besorgt über rechtsextreme Unterwanderung von Sportvereinen

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18.01.2011

Berlin – Grünen-Chefin Claudia Roth ist besorgt über die Unterwanderung von Sportvereinen durch Rechtsextreme. In einigen Regionen Deutschlands würden Kultur- und Sportaktivitäten ganz gezielt von der NPD angeboten, sagte Roth im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Das gelte etwa für Teile Mecklenburg-Vorpommerns. Die demokratischen Organisationen hätten hier eine Lücke hinterlassen, in die Rechtsextreme hineinstießen. "Die gründen Sportinitiativen, organisieren Feste und kommen freundlich daher", sagte die Grünen-Politikerin. "Diese Tarnung ist brandgefährlich, das darf man nicht unterschätzen."

Vertreter aus Politik und Sport wollen am Dienstag in Berlin eine gemeinsame Initiative gegen Rechtsextremismus vorstellen. Beteiligt sind neben Sportverbänden unter anderem Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Familienministerin Kristina Schröder (beide CDU).

Roth sagte, seit Jahren versuchten Rechtsextreme, insbesondere den Fußball für ihre Propaganda zu funktionalisieren. Das sei alarmierend, nicht zuletzt wegen der großen Breitenwirkung. Der Deutsche Fußball-Bund trete dem seit Jahren deutlich entgegen – mit Fanprojekten, durch intensive Arbeit mit Jugendmannschaften und Sanktionen. Auch die Nationalmannschaft mit Spielern, die ihre Wurzeln in vielen verschiedenen Kulturen haben, setze ein klares Signal, dass Rassismus beim DFB keinen Platz habe. Roth sitzt in der neu gegründeten "Nachhaltigkeitskommission" des Fußballbundes.

Die Grünen-Vorsitzende forderte, Projekte gegen Rechts auf Dauer zu sichern. Viele gute Initiativen liefen nach kurzer Zeit aus. "Der Rechtsextremismus wird aber nicht in einem oder zwei Jahren bekämpft", sagte sie. Vereine und Verbände müssten sich nachhaltig und unmissverständlich gegen Rechtsextremismus in ihren Reihen positionieren. Eine klare Ansage gegen jede Form von Rassismus, Rechtsextremismus, Diskriminierung und Ausgrenzung müsse auch aus der Politik kommen.

Der zuständigen Ministerin Schröder warf Roth hier Versäumnisse vor. Schröder hantiere mit einem "verschwurbelten Extremismusbegriff" und habe Initiativen gegen Rechtsextremismus zum Teil "abgewürgt" und unter linksextremistischen Generalverdacht gestellt, kritisierte die Grünen-Politikerin. Die Ministerin habe das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rassismus damit nicht befördert, sondern eher behindert.

(dapd)

 

 

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