Aktuelle Nachrichten – Deutschland
01.10.2006
Hamburg - Vor dem Tag der deutschen Einheit wird der Ruf nach einer Verankerung von Deutsch als Landessprache im Grundgesetz lauter. Eine entsprechende Initiative von Bundestagspräsident Norbert Lammert wird nach Angaben des CDU-Politikers von Kanzlerin Angela Merkel und dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck unterstützt. «Die Identität dieses Landes war, weit vor der Gründung des Nationalstaates, durch seine Sprache begründet, es wurde auch nach seiner Sprache 'deutsch' genannt», sagte Lammert dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».
Auch eine breite Mehrheit der Bundesbürger will Deutsch als Staatssprache im Grundgesetz verankert sehen. In einer TNS-Infratest-Umfrage für das Magazin sprachen sich 78 Prozent dafür aus, lediglich 15 Prozent votierten dagegen. Ablehnend äußerten sich die 1.000 Befragten zugleich über die modischen Anglizismen in Werbung und Medien: 66 Prozent halten solche englischen Begriffe im Großen und Ganzen für überflüssig. Nur 27 Prozent glauben, dass die neuen Anglizismen die deutsche Sprache bereichern. Auf noch deutlichere Ablehnung stoßen deutsch-englische Mischwörter wie «brainstormen». 74 Prozent finden, die Deutschen sollten solche Wortbildungen vermeiden.
(AP)
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