Psyche – Rund 121.000 Spielsüchtige in der Schweiz – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Psyche

Hoher Schaden durch Spielsucht Rund 121.000 Spielsüchtige in der Schweiz

DAPD

26.06.2009

Bern – In der Schweiz leiden Schätzungen zufolge etwa 121.000 Personen an Spielsucht. Jeder Fünfte davon geht in Casinos. Die durch Spielbanken verursachten sozialen Kosten belaufen sich auf jährlich 70 Millionen Franken. Diese Studienresultate präsentierte die eidgenössische Spielbankenkommission am Freitag.

Um die Entwicklung der Glücksspielgewohnheiten in der Schweiz einzuschätzen, wurden im Rahmen der schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007 rund 14.400 Personen zum Thema befragt. Etwa zwei Prozent der Befragten zeigten dabei ein exzessives, das heisst problematisches oder möglicherweise pathologisches Spielverhalten. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung der über 15-Jährigen geht die eidgenössische Spielbankenkommission von etwa 120.600 Spielsüchtigen aus. Der Grossteil davon, nämlich rund 86.000 Personen, zeigt demnach zwar ein problematisches, aber kein pathologisches Verhalten. Weitere 3,7 Milliarden Menschen in der Schweiz spielen zwar ebenfalls gelegentlich – ihr Verhalten wird aber als risikoarm eingestuft. Geschätzte 2,4 Milliarden Menschen spielen gar nicht.

Die Zahl der Spielsüchtigen scheine über die letzten Jahre hinweg stabil, hiess es. Weder im Vergleich zur Gesundheitsbefragung 2002 noch zu anderen Studien seien markante Veränderungen feststellbar. Laut den Verantwortlichen der Spielbankenkommission hat die Eröffnung neuer Casinos in den Jahren 2002 und 2003 demnach nicht zu einer markanten Verschlimmerung der Spielsuchtproblematik geführt.

Eine zweite, vom Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien durchgeführte Untersuchung, ermittelte ebenfalls auf Basis der Gesundheitsbefragung 2007 die durch Casinos verursachten sozialen Kosten. Insgesamt kamen die Verantwortlichen zum Schluss, dass etwa 20 Prozent der 120.600 Spielsüchtigen in Casinos gehen. Die durch Spielbanken verursachten sozialen Kosten werden auf rund 70 Millionen Franken pro Jahr beziffert, wobei die Hauptlast von den Arbeitgebern getragen werden müsse. Pro Fall betrugen die sozialen Kosten jährlich knapp 3.000 Franken, wie es weiter hiess. Dies entspreche etwa dem Kostenniveau beim Tabak, liege aber deutlich unter den jährlichen Fallfolgekosten von rund 6.800 Franken beim Alkohol.

Exzessives Spielverhalten in Casinos belastet nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr Umfeld. Wie eine Befragung von gesperrten Spielern zeigte, führte die Sucht zu Verschuldung, Problemen in der Familie und im sozialen Umfeld, gesundheitlichen Belastungen, dem Ausfall von Arbeitsleistungen oder kriminellem Verhalten. Laut den Studienverantwortlichen wird ausserdem nur selten institutionelle Hilfe in Anspruch genommen. Vielmehr bestehe die Tendenz, Spielprobleme unter den Teppich zu kehren. Die Spielbankenkommission geht aber davon aus, dass die Problematik der Glücksspielsucht und die daraus resultierenden sozialen Kosten nicht wegfallen würden, wenn in der Schweiz kein Angebot an Casinos bestehen würde. Laut der Gesundheitsbefragung 2007 würden nämlich 80 Prozent der Personen mit Glücksspielproblemen andere Angebote wie Internet, Lotterien oder Poker nutzen. Die erstmals erhobenen Zahlen zum Spielverhalten im Internet weisen darauf hin, dass über 250.000 Personen in der Schweiz Online-Glücksspiele nutzen. Die Zahl der Nutzer von illegalen Internetspielen wird mit 30.000 bis 35.000 Personen beziffert. (AP)

 

 

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