Sport News - Aktuelle Sport Nachrichten – Rund 150 Randalierer nach Fan-Krawallen in Polizeigewahrsam – Stephan Köhnlein
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Rund 150 Randalierer nach Fan-Krawallen in Polizeigewahrsam

Stephan Köhnlein

06.04.2008

Frankfurt/Main – Schwere Krawalle vermeintlicher Fußballfans haben das Wochenende überschattet. Mehrere Personen wurden verletzt, die Polizei nahm rund 150 Randalierer bei den Bundesligapartien in Frankfurt am Main und Gelsenkirchen sowie nach einer Oberligapartie in Saarbrücken vorübergehend in Gewahrsam. Das Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Nürnberg (1:3) stand wegen der Ausschreitungen sogar kurz vor dem Abbruch.

Am Rande der Partei zwischen Schalke 04 und dem FC Hansa Rostock (1:0) nahm die Polizei nach eigenen Angaben im Stadtbereich von Gelsenkirchen vier Rostocker Fans wegen räuberischen Diebstahl, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung und Beleidigung vorläufig fest.

Später kam es am Hauptbahnhof mehrfach zu Zusammenstößen zwischen Rostocker Anhängern und Sicherheitskräften. Da die Fans trotz mehrer Angebote die Abreise verweigerten, wurden gegen 19.30 Uhr schließlich alle 117 Personen zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam genommen, wie die Polizei mitteilte. Gegen ermittelte Straftäter wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Im Verlauf des Abends wurden die Rostocker Fußballfans in kleineren Gruppen entlassen. Der Einsatz, an denen mehr als 150 Beamte von Bundes- und Landespolizei beteiligt waren, dauerten bis tief in die Nacht.

22 Festnahmen in Frankfurt

Bereits vor der Bundesliga-Partie in Frankfurt wurden sieben Bundespolizeibeamte verletzt, als Nürnberger Fans am Hauptbahnhof innerhalb und außerhalb eines Zuges Feuerwerkskörper zündeten, wie die Polizei mitteilte.

Bei einer Überprüfung von Frankfurt-Fans vor dem Stadion nahmen Beamte zwei Männer in Verwahrung, bei denen verbotene Gegenstände gefunden wurden. Der Ordnungsdienst des Stadions stellte außerdem 30 Stoßwaffen, 96 Wurfgeschosse sowie Reizgas sicher.

Während der Partie wurden trotzdem mehrere Zuschauer durch Feuerwerkskörper verletzt und mit Verdacht auf Trommelfellschädigung in Krankenhäuser gebracht. Der Schiedsrichter musste das Spiel für etwa 15 Minuten unterbrechen. Aus einer Gruppe Frankfurter Fans, die versuchte, in Richtung Gästetribüne zu gelangen, nahm die Polizei acht Personen zur Verhinderung von Straftaten vorübergehend in Gewahrsam.

Insgesamt wurden in Frankfurt 22 Personen festgenommen. Ein Großteil von ihnen erhielt Strafanzeigen wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, Widerstand gegen Polizeibeamte, Sachbeschädigung und Körperverletzung.

DFB will gegen Nürnberg und Frankfurt ermitteln

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will die Ausschreitungen ab Montag untersuchen. Im Mittelpunkt stehe die Haftung des 1. FC Nürnbergs für seine Anhänger und deren Ausschreitungen, erklärte DFB-Vizepräsident Rainer Koch, fügte jedoch hinzu: „Eine weitere Frage ist, wie die aus dem 'Club'-Block geworfenen Feuerwerkskörper ins Stadion gelangen konnten und ob damit Frankfurt die Platzaufsicht eventuell vernachlässigt hat.“

Bei Ausschreitungen nach dem Oberliga-Spiel des 1.FC Saarbrücken gegen den FC Homburg (1:1) wurden am Samstagabend vier Polizisten verletzt. Wie die Polizei Saarbrücken mitteilte, hatten nach der Partie etwa 400 Anhänger der Heimmannschaft eine Baustelle in der Nähe des Stadions verwüstet. Die Randalierer bewarfen Polizisten mit Steinen. Zwölf Personen wurden festgenommen und angezeigt. (AP)

 

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