Berlin – Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria kann mindestens bis 2010 auf sicherer Finanzbasis weiterarbeiten. Rund 30 Geber verpflichteten sich am Donnerstag in Berlin, den Fonds mit 9,734 Milliarden Dollar (6,87 Milliarden Euro) aufzufüllen, wie der Vorsitzende der Konferenz, Kofi Annan, mitteilte. Exekutivdirektor Michel Kazatchkine hatte mindestens acht Milliarden Dollar erwartet.
Seit seiner Einrichtung als öffentlich-private Partnerschaft im Jahr 2002 konnte der Globale Fonds insgesamt 8,6 Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro) zur Finanzierung von 450 Gesundheitsprogrammen in 136 Ländern zusagen. Er ist inzwischen der wichtigste Geber in der Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. An den drei behandelbaren Infektionskrankheiten sterben jedes Jahr weltweit sechs Millionen Menschen.
Der Finanzierungsbedarf des Fonds für 2008 bis 2010 wird auf eine Summe zwischen 12 und 18 Milliarden Dollar (8,5 bis 12,7 Milliarden Euro) geschätzt. Der frühere UN-Generalsekretär Annan sagte, es gebe „gute Aussichten“, die noch fehlenden Mittel Anfang 2009 auf einer weiteren Konferenz zu mobilisieren.
Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul erklärte, die Bundesregierung werde in den nächsten drei Jahren 600 Millionen Euro direkt einzahlen. Über Schuldenerlasse (Dept2Health) sollen in den nächsten vier Jahren weitere 200 Millionen Euro für den Fonds mobilisiert werden. Wieczorek-Zeul forderte, die Lage von Frauen noch mehr in den Blickpunkt der Hilfe zu rücken. Sie seien besonders stark von Aids betroffen.
Bei der Eröffnung der Geberkonferenz hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine bessere Koordinierung der Gesundheitshilfen für Entwicklungsländer gefordert. „Vieles läuft parallel, Ressourcen werden dann auch zum Teil nicht effizient eingesetzt“, kritisierte die Kanzlerin. Die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor müsse deutlich effizienter werden.
Besonders Aids sei zu einer „Bedrohung mit globalen Ausmaßen“ geworden, erklärte die Kanzlerin. Im vergangenen Jahr seien drei Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit gestorben. Mehr als vier Millionen Menschen hätten sich neu mit dem Virus infiziert. Aids, Tuberkulose und Malaria seien „ein schrecklicher Teil des Teufelskreises der Armut“.
Merkel bedauerte, dass sich gerade in Deutschland noch zu wenig Unternehmen an dem Globalen Fonds beteiligen. Sie werde deshalb nach ihrer für kommende Woche geplanten Reise nach Äthiopien, Liberia und Südafrika zu einer Afrika-Wirtschafts-Konferenz einladen, erklärte die Kanzlerin. „Die Bundesregierung schätzt die Arbeit des Fonds, weil er effektiv und innovativ ist.“
http://www.bmz.de/gfatm (AP)
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