Aschgabat/Warschau – Ein neues Pipeline-Abkommen zwischen Russland, Turkmenistan und Kasachstan hat die Kontrolle Moskaus über die zentralasiatischen Energie-Exportwege verstärkt. Die Vereinbarung vom Samstag sieht den Bau einer Pipeline an der Küste des Kaspischen Meeres vor. Durch sie soll turkmenisches Erdgas über Kasachstan und Russland in den Westen geliefert werden. Bis 2012 werde die Pipeline eine Kapazität für die Durchleitung von 20 Milliarden Kubikmetern Gas erreichen, sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei Bekanntgabe der Übereinkunft in Aschgabat.
Das Abkommen ist ein Rückschlag für die Bemühungen der Europäer und der USA nach mehr Unabhängigkeit von der Ölversorgung aus dem Nahen Osten und Gaslieferungen, die nicht unter russischer Kontrolle stehen. Um die Sicherheit der Energie-Importe aus Zentralasien zu verbessern, trafen die Präsidenten Polens, Litauens und der Ukraine am Samstag in Krakau mit den Staatsoberhäuptern Georgiens und Aserbaidschans zusammen. Eingeladen war auch der Präsident Kasachstans, Nursultan Nasarbajew. Dieser reiste jedoch zur Vertragsunterzeichnung mit Russland und Turkmenistan nach Aschgabat. Dies allein unterstrich Beobachtern zufolge, dass Energieprojekte unter Ausschluss Russlands praktisch unmöglich sind.
Die Teilnehmer des Treffens in Krakau einigten sich auf eine gemeinsame Arbeitsgruppe für alle Fragen der Sicherheit von Energielieferungen. Erwogen wurde dabei die Verlängerung einer Pipeline von Russland in die Ukraine, um bis 2012 Erdöl vom Kaspischen Meer bis nach Polen transportieren zu können. Ein Folgetreffen soll in einigen Monaten in der litauischen Hauptstadt Vilnius stattfinden. Dafür erhofft man sich dann auch eine Teilnahme Turkmenistans. Dieses Land ist nach Russland der zweitgrößte Erdgasproduzent der früheren Sowjetunion und verfügt über die fünftgrößten Erdgasvorkommen weltweit. (AP)
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