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Deutsche Wirtschaft RWE-Chef warnt vor Deindustrialisierung Deutschlands

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10.06.2011

München – Der Chef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, befürchtet schwerwiegende Folgen des Atomausstiegs für die gesamte deutsche Wirtschaft. Dem Land drohe eine schleichende Deindustrialisierung. Außerdem wachse die Gefahr, dass die großen deutschen Energiekonzerne Opfer feindlicher Übernahmen würden, sagte der Manager der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe).

"Wenn die Politik weiter so konsequent die Zerstückelung der industriellen Energieerzeugung betreibt, werden wir bald auf ganze Industriezweige verzichten müssen. Konzerne wie BASF oder ThyssenKrupp wird es dann hier nicht mehr geben", warnte Großmann.

Sorgen bereitet dem Manager auch der mit dem Atomausstieg verbundene Wertverlust der Aktien der großen deutschen Energieversorger. "Die Gefahr einer feindlichen Übernahme wächst", sagte Großmann. Die Aktien von E.ON und RWE haben seit Fukushima fast 20 Prozent an Wert verloren. Seit Anfang 2008 hat sich ihr Wert sogar mehr als halbiert.

Der Strommanager kritisierte, derzeit würden von der Politik "auf Teufel komm raus unumkehrbare Fakten geschaffen". Dabei würden die Folgen des Ausstiegs noch immer unterschätzt. "Die Gefahr von Stromausfällen wächst", warnte er.

RWE selbst will künftig seine Aktivitäten verstärkt ins Ausland verlagern. Der Konzern werde das Tempo seiner Internationalisierung erhöhen, kündigte Großmann an. "Die Investitionen werden künftig eher im Ausland erfolgen. Denn Wachstum findet für uns derzeit woanders statt."

(dapd)

 

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