Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
22.04.2010
Dublin (apn) Ryanair will seinen gestrandeten Kunden nun doch die Kosten erstatten, die durch Flugausfälle nach der Sperrung des europäischen Luftraums entstanden sind. Unternehmenssprecher Stephen McNamara sagte am Donnerstag, man habe das EU-Recht zuvor falsch ausgelegt.
Die irische Billigfluglinie hatte zunächst angekündigt, Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung nur bis zur Höhe des gezahlten Ticketpreises zu ersetzen. Doch die EU schreibt vor, Passagieren „angemessene Kosten“ zu erstatten. Für jede Beschwerde drohten Ryanair Strafen zwischen 5.000 und 150.000 Euro.
Nun sollen dem Sprecher zufolge alle Passagiere entschädigt werden, die ihre Auslagen belegen können und nicht auf andere Transportmittel ausgewichen sind oder eine Rückerstattung des Flugtickets beantragt haben. Dies entspreche den EU-Richtlinien.
Konkurrenten wie Bus-, Bahn- und Fährunternehmen sind nur dazu verpflichtet, angemessenen Schadenersatz in Höhe des ursprünglichen Ticketpreises zu zahlen. Fluggesellschaften hingegen müssen „potenziell unbegrenzte Ausgaben“ zurückerstatten, wie Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte. Er nannte geltendes EU-Recht „absurd“ und „diskriminierend“ gegenüber Fluglinien.
Ryanair ging ursprünglich von einem Verlust von insgesamt 42 Millionen Euro durch die Flugausfälle aus. Bei Zahlung des vollen Schadenersatzes an die Passagiere dürfte diese erste Schätzung aber deutlich nach oben revidiert werden, zumal die Ryanair-Flugzeuge eine gute Woche am Boden blieben und damit einen Tag länger als die meisten Konkurrenten. (AP)
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