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Sachsen will mehr Naturwissenschaften im Abitur

DAPD

31.05.2006

Dresden - Gymnasiasten sollen in Sachsen künftig die naturwissenschaftlichen Fächer Physik, Biologie und Chemie durchgängig bis zum Abitur belegen müssen. Einen entsprechenden Bericht der Chemnitzer «Freien Presse» bestätigte der Sprecher des Kultusministeriums, Dirk Reelfs, am Mittwoch in Dresden. Nach seinen Angaben sollen Schüler ab dem Schuljahr 2007/2008 nach den neuen Vorgaben lernen. Bisher mussten Gymnasiasten nur eines der drei Fächer nehmen und die anderen beiden Fächer abwählen können.

Derzeit werde mit den Lehrern die Umsetzung dieses bundesweit einmaligen Vorhabens diskutiert, sagte Reelfs. Ein fertiges Konzept soll bis zum Sommer dieses Jahres vorliegen. Nach dem Bericht der «Freien Presse» reagierte das Kultusministerium mit seinem Vorhaben auf die zu geringe Zahl von Studenten, die sich für ein Ingenieurstudium entscheiden. Die Universitäten könnten den Bedarf der Wirtschaft nicht mehr befriedigen, schreibt das Blatt. So würden alleine im Großraum Dresden ab 2008 jährlich bis zu 2.000 Ingenieure gesucht.

Die Universitäten seien nicht in der Lage, diese Nachfrage abzudecken, sagte der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden, Werner Mankel. Nach Ansicht von Kultusminister Steffen Flath bietet die Stärkung bisher abwählbarer Fächer jungen Menschen zugleich gut dotierte Berufschancen. Deutschland und gerade Sachsen hätten 150 Jahre Technikgeschichte geschrieben, sagte der CDU-Politiker der Zeitung. Dieser Rang drohe im Wettbewerb mit Schwellenländern und ihrem Potenzial an wissensdurstigen Studenten verloren zu gehen.

Ab Klassenstufe 11 sollen Chemie, Biologie und Physik künftig Pflichtfächer sein, betonte Flath. Damit werde nicht zwangsläufig eine neue Technik-Begeisterung ausgelöst. Mit einer vertieften Allgemeinbildung soll das sächsische Abitur zusätzlich aufgewertet werden. Künftige Studenten hätten bessere Startchancen, sagte Flath. Zudem müssten die Hochschulen stärker als bisher berücksichtigen, in welchem Bundesland eine Abitursprüfung abgelegt worden sei. Brandenburg stelle geringere Anforderungen als Sachsen, betonte Flath.

(AP)

 

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