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Saddam Hussein hingerichtet

Christopher Torchia

30.12.2006

Eine irakische Mutter begrüßt die Nachricht von der Hinrichtung Saddam Husseins.  Sie hält das Bild ihres Sohnes hoch, der ein Opfer der Herrschaft Saddams  wurde. (AP Photo/Alaa al-Marjani)
Eine irakische Mutter begrüßt die Nachricht von der Hinrichtung Saddam Husseins. Sie hält das Bild ihres Sohnes hoch, der ein Opfer der Herrschaft Saddams wurde. (AP Photo/Alaa al-Marjani)

Bagdad – Saddam Hussein ist am Samstagmorgen hingerichtet worden. Knapp zwei Monate nach dem Todesurteil wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit starb der irakische Expräsident in Bagdad den Tod durch den Strang. Der 69-Jährige sei gefasst zum Galgen getreten, berichtete der irakische Regierungsberater Sami al Askari, der Zeuge der Exekution war.

Saddam Hussein habe einen schwarzen Anzug getragen, keine Gefangenenkleidung, sagte Al Askari. Er sei gefragt worden, ob er noch etwas zu sagen habe, und dies verneint. Er habe im Beisein eines sunnitischen Geistlichen ein Gebet nachgesprochen, sagte Al Askari. Am Galgen habe er sich geweigert, seinen Kopf bedecken zu lassen, und gerufen: „Gott ist groß. Die Nation wird siegen, und Palästina ist arabisch.“

Saddam Hussein sei in Handschellen zur Hinrichtung geführt worden, berichtete der nationale Sicherheitsberater Muwafak al Rubaie dem staatlichen Sender Irakija. Es seien Fotos und Videoaufnahmen gemacht worden. Der ehemalige Staatschef sei mit Respekt behandelt worden, sagte Al Rubaie. „Saddams Hinrichtung war 100 Prozent irakisch. Die Amerikaner haben sich nicht eingemischt.“

Die Hinrichtung erfolgte gegen 06.00 Uhr (04.00 Uhr MEZ). Die frühere Abgeordnete Mariam al Rayes sagte dem Sender Irakija, Ministerpräsident Nuri al-Maliki sei bei der Exekution nicht dabei gewesen sei. Er habe einen Vertreter geschickt.

Saddam Hussein war am 5. November wegen eines Massakers 1982 zum Tod verurteilt worden. In der Ortschaft Dudschail wurden damals 148 Schiiten offenbar als Vergeltung für einen Attentatsversuch auf Saddam Hussein getötet. Auch gegen den ehemaligen Geheimdienstchef Barsan Ibrahim – ein Halbbruder des 2003 gestürzten Präsidenten – und der frühere Vorsitzende des Revolutionsgerichts, Awad Hamed al Bandar, wurde die Todesstrafe verhängt. Diese Urteile seien aber noch nicht vollstreckt, berichteten sowohl Al Rubaie als auch Al Askari und der Richter Munir Haddad. Irakija hatte zuvor gemeldet, dass auch die beiden Mitangeklagten hingerichtet worden seien.

Nach der Bekanntgabe der Exekution blieb es in Bagdad zunächst weitgehend ruhig. Im schiitischen Viertel Sadr City feierten einige Bewohner den Tod des früheren Präsidenten.

US-Präsident George W. Bush nannte die Hinrichtung von Saddam Hussein das Ergebnis eines fairen Prozesses, wie ihn der irakische Exstaatschef „den Opfern seines brutalen Regimes“ vorenthalten habe. Bush sprach auf seiner Ranch in Texas von einem Meilenstein auf dem irakischen Weg zur Demokratie.

In Washington teilte das Pentagon mit, dass die US-Truppen im Irak auf gewaltsame Reaktionen nach der Hinrichtung vorbereitet seien. Die Soldaten seien in hoher Alarmbereitschaft.

(AP)

 

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