Wolfsburg - Volkswagen steht nach eigenen Angaben bei den Gesprächen über die Sanierung der Kernmarke VW unter erheblichem Zeitdruck. «Es stehen Entscheidungen für Produkte und Komponenten an, damit verbunden auch Entscheidungen für Investitionen und Standorte», sagte VW-Personalvorstand Horst Neumann am Mittwoch in Wolfsburg vor dem zweiten Sondierungsgespräch mit der IG Metall über die Aufnahme von Sanierungs-Tarifverhandlungen.
«Wir müssen bald in ernsthafte Verhandlungen eintreten, weil wir unter großem Zeitdruck stehen», betonte der Personalchef. Man müsse gründlich und zugleich sehr zügig miteinander reden.
Die IG Metall forderte unterdessen von Volkswagen schon vor der Entscheidung über die Aufnahme von Tarifverhandlungen Zusagen über die Auslastung der betroffenen westdeutschen Werke. «Ohne verbindliche Zusagen zur Auslastung der sechs Standorte und ohne ein Gesamtkonzept für die geplante Restrukturierung, ist eine Entscheidung über die Aufnahme von Tarifgesprächen mit VW nicht möglich», sagte IG-Metall-Sprecher Jörg Köther.
Eine Entscheidung über die Aufnahme der Tarifverhandlungen war nach Angaben von Köther von dem zweiten Sondierungsgespräch allerdings ohnehin nicht zu erwarten. Über die Verhandlungsaufnahme würden die zuständigen IG-Metall-Gremien erst in weiteren internen Beratungen entscheiden. Das Sondierungsgespräch werde die Entscheidungsfrage nur näher bringen.
An das VW-Management stelle man nicht nur konkreten Anforderungen, «wie die sechs Standorte mit bestimmten Produkten auszulasten sind», betonte Köther. Die IG Metall habe zudem eigene Vorschläge zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der Standorte. Dabei gehe es vor allem um verbesserte Produktionsabläufe und -prozesse. Dem Unternehmen liege dazu bereits seit einiger Zeit eine unterschriftsreife Rahmenvereinbarung vor.
Volkswagen will in den westdeutschen VW-Werken eine Verlängerung der Arbeitszeit von 28,8 auf 35 Wochenstunden ohne Lohnausgleich durchsetzen. Das Unternehmen hatte zuvor 20.000 der insgesamt rund 100.000 Arbeitsplätze an den sechs Standorten in Frage gestellt. Die Gewerkschaft lehnt eine Arbeitszeitverlängerung mit Hinweis auf die geringe Auslastung der Werke ab. Ein noch bis Ende 2011 geltender Zukunftstarifvertrag verbietet in den Werken betriebsbedingte Entlassungen. Das Unternehmen hat den Vertrag und die weiteren VW-Haustarifverträge nicht gekündigt.
(AP)
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