Aktuelle Nachrichten – Europa
01.03.2010
Foto: Remy de la Mauviniere/AP Photo
Paris (apn) Nach den verheerenden Überschwemmungen an der französischen Atlantikküste haben die Rettungskräfte verzweifelt nach Vermissten gesucht. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg am Montag auf 51, wie der Zivilschutz mitteilte. Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte den am schwersten betroffenen Regionen drei Millionen Euro Soforthilfe zu. Unterdessen wurde Kritik am Zustand der Deiche laut. Ein Großteil der Opfer ertrank bei einem Deichbruch im Dorf L'Aiguillon-sur-Mer, nachdem der Sturm „Xynthia“ über die Küste hinweggetobt war.
Landesweit wurden am Montag noch neun Menschen vermisst, mehr als 30 wurden verletzt. Rund 9.000 Feuerwehrleute suchten die Überschwemmungsgebiete nach weiteren Opfern ab.
„Dies ist eine nationale Katastrophe mit einer entsetzlichen Bilanz“, sagte Sarkozy bei einem Besuch in L'Aiguillon-sur-Mer. Er beauftragte das Innenministerium zu untersuchen, warum der Sturm solche schweren Konsequenzen hatte. Das Ministerium werde „in zehn Tagen einen Bericht vorlegen, um zu verstehen, was eigentlich passiert ist“, kündigte Sarkozy an.
Der Chef des Départements Vendée, Philippe de Villiers, sagte dem Radiosender France-Info: „Der Deich, der gebrochen ist, stammte noch aus der Zeit Napoleons.“ Die Dämme müssten höher oder weiter von der Küste entfernt wieder aufgebaut werden, forderte der konservative Politiker.
In ganz Frankreich warteten am Montagnachmittag rund 170.000 Haushalte noch immer auf die Wiederherstellung der Elektrizitätsversorgung. Der Sturm hatte am Wochenende fast eine Million Anschlüsse vorübergehend lahmgelegt. (AP)
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