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Schatten über der Fackel-Zeremonie im antiken Olympia

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23.03.2008

Die griechische Schauspielerin Maria Nafpliotou, zweite von rechts, spielt die Rolle einer Hohen Priesterin, während der Generalprobe der Entzündung des Olympischen Feuers. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)
Die griechische Schauspielerin Maria Nafpliotou, zweite von rechts, spielt die Rolle einer Hohen Priesterin, während der Generalprobe der Entzündung des Olympischen Feuers. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)

Olympia/Griechenland – Gleich im mehrfachen Sinn überschattet wird die für (den morgigen) Montag geplante feierliche Entzündung der Fackel für die Olympischen Spiele im antiken Olympia. Bei der Generalprobe am Sonntag verhinderten Wolken, dass die Flamme traditionsgemäß von einem Sonnenstrahl entzündet wird. „Wir hoffen auf besseres Wetter morgen“, sagte der griechische Kulturminister Michalis Liapis. Doch auch die gewaltsame Niederschlagung der tibetischen Proteste durch chinesische Sicherheitskräfte verdüstern die Zeremonie.

„Die Ereignisse in Tibet sind Anlass für große Sorge beim IOC“, erklärte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, am Sonntag. Griechenland wird rund 1.000 Polizisten aufbieten, um protibetische Proteste von der Feier fernzuhalten, zu der auch Rogge erwartet wird. Rogge betonte aber auch, dass es nicht die Aufgabe des IOC sei, die politischen Probleme der Welt zu lösen.

Schauspielerinnen als Priesterinnen

Am Sonntag probten als antike griechische Priesterinnen verkleidete Schauspielerinnen die Zeremonie vor den Resten des Hera-Tempels in Olympia, der Geburtsstätte der Spiele. Von Griechenland aus wird die Fackel um die halbe Welt bis nach Peking getragen, wo am 8. August die Olympischen Sommerspiele feierlich eröffnet werden sollen.

Befürchtungen Chinas, dass der olympische Fackellauf politisiert werden, scheinen sich unterdessen mit dem Rücktritt einer thailändischen Läuferin schon zu bestätigen. Narisa Chakrabongse erklärte, auf diese Weise wolle sie die Botschaft an die chinesische Regierung senden, dass die Welt ihre Handlungen nicht akzeptiere.

„Eine Macht des Guten“

Rogge zeigt sich unterdessen zuversichtlich, dass Olympia seine Wirkung auf die Volksrepublik nicht verfehlen wird. „Wir glauben, dass sich China verändern wird, wenn sich das Land dem prüfenden Blick von 25.000 Medienvertretern unterzieht, die die Spiele besuchen“, sagte der Belgier. „Die Olympischen Spiele sind eine Macht des Guten. Sie sind ein Katalysator für den Wechsel und kein Allheilmittel gegen alle Krankheiten.“ (AP)

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