Menschen & Meinungen – Schauspielerin Deborah Kerr gestorben – Wolfgang Hübner
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Schauspielerin Deborah Kerr gestorben

Wolfgang Hübner

18.10.2007

Frankfurt/London – Sie war der Inbegriff der „englischen Lady“ im amerikanischen Kinos: Deborah Kerr strahlte in ihren Rollen damenhafte Zurückhaltung, Wohlerzogenheit und Verzichtbereitschaft aus. In ihrer berühmtesten Szene am Strand jedoch überraschte „The English Rose“ mit Erotik pur: In „Verdammt in alle Ewigkeit“ spielte sie die frustrierte Gattin eines Offiziers, die mit einem von Burt Lancaster verkörperten Untergebenen anbandelt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Kerr im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Sie litt an der Parkinson-Krankheit und starb bereits am Dienstag in Suffolk in England.

Als Deborah Jane Kerr-Trimmer wurde sie am 30. September 1921 im schottischen Helensburgh als Tochter eines Offiziers geboren. In London startete sie ihre Bühnenkarriere als Balletttänzerin, wechselte aber rasch zum Schauspiel. Mit 20 bekam sie ihre erste Filmrolle. Im Krieg trat sie auch bei der Truppenbetreuung in Belgien, Holland und Frankreich auf. Nach dem Krieg brachte die Rolle einer Nonne in „Schwarze Narzisse“ ihr den Durchbruch.

Ein Sieben-Jahres-Vertrag mit den MGM-Studios führte sie nach Hollywood, wo sie in ihrer ersten Produktion „The Hucksters“ bereits an der Seite von Herzensbrecher Clark Gable zu sehen war, und die US-Presse schrieb: „A Star is born“. Und sie hatte Recht.

Jener Auftritt, der ihr in der Filmgeschichte die Unsterblichkeit sicherte, kam Jahre später: 1953 gehörte Kerr zu den Hauptdarstellern von Fred Zinnemanns Kriegsdrama „Verdammt in alle Ewigkeit“. Die leidenschaftliche Liebesszene zwischen ihr und Lancaster in der Ozeanbrandung galt damals als sehr gewagt, die Aufregung darum war groß. Und die Britin in Hollywood galt seitdem als Weltstar. In der Folgezeit drehte sie noch heute berühmte Filme zusammen mit den größten männlichen Stars jener Jahre: Mit Yul Brynner „Der König und ich“, mit Cary Grant „Vor Hausfreunden wird gewarnt“ und mit Richard Burton „Die Nacht der Leguane“.

Die Frau spielte sich nie in der Vordergrund. Vielleicht lag auch darin begründet, dass sie nicht weniger als sechs Mal für den Oscar nominiert war, aber erst 1994 endlich zumindest mit einem Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. „Ich bekam dadurch mehr Publicity, als wenn ich die Auszeichnung erhalten hätte“, sagte Deborah Kerr später abgeklärt über diesen Aspekt ihrer großen Karriere.

Schon vor dem 50. Geburtstag zog sich die Mutter zweier Töchter aus ihrer 1960 geschiedenen Ehe mit einem Produzenten vom Film zurück. Kerr heiratete im gleichen Jahr 1960 den amerikanisch-österreichischen Schriftsteller Peter Viertel. Sie hat zwei Töchter und drei Enkelkinder. (AP)

 

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