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Aktuelle Nachrichten – Forschung

Schavan: Klonen weltweit ächten

DAPD

20.01.2008

Bundesbildungsministerin Annette Schavan spricht  im Bundestag in Berlin. (AP Photo/Miguel Villagran)
Bundesbildungsministerin Annette Schavan spricht im Bundestag in Berlin. (AP Photo/Miguel Villagran)

Berlin – Nach den jüngsten Erfolgen kalifornischer Wissenschaftler beim Klonen von Embryonen hat sich Bundesforschungsministerin Annette Schavan für eine weltweite Ächtung der umstrittenen Methode ausgesprochen. „Das therapeutische Klonen ist ethisch nicht hinnehmbar“, sagte die CDU-Politikerin der „Berliner Zeitung“ vom Samstag. Sie hoffe, dass sich diese Erkenntnis auch international durchsetze. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Freitag klar gestellt, sie lehne das Verfahren ab.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass es US-Wissenschaftlern gelungen ist, aus einer Hautzelle einen menschlichen Embryo zu klonen. Damit gelang der Forschung eine weitere Etappe auf dem Weg zur Herstellung maßgeschneiderter embryonaler Stammzellen.

Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, schnell international aktiv zu werden. „Die Bundesregierung muss einen neuen Anlauf für ein weltweites Klonverbot unternehmen“, sagte die Grünen-Politikerin Priska Hinz. Klonen überschreite ethische Grenzen, ohne dass dabei konkrete Heilungschancen in Aussicht stünden.

Derweil geht die Debatte über die Lockerung der strengen Regeln für Forschung an embryonalen Stammzellen weiter. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, sprach sich in der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ für eine Verschiebung des Stichtags aus. „Wenn die Forscher glaubwürdig versichern können, dass die alten Stammzelllinien aus der Zeit vor 2002 für eine vergleichende Grundlagenforschung dauerhaft nicht mehr zu gebrauchen sind, darf eine Verschiebung des Stichtags kein Tabu mehr sein“, erklärte er. Auf eine Lockerung dringen nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Wissenschaftlerin Regine Kollek, Mitglied des Nationalen Ethikrats, warnte davor, zu viele Hoffnungen an jüngste Erkenntnisse in der Stammzellforschung zu knüpfen. „Wenn Experimente gemacht werden, an Tieren oder im Reagenzglas, bedeutet das noch lange nicht, dass sich daraus wirklich eine nebenwirkungsarme und gut wirksame Therapie entwickeln lässt“, sagte sie im Deutschlandradio Kultur.

Stammzellen sind wissenschaftlich so interessant, weil sie im menschlichen Körper „Alleskönner“ sind. Aus ihnen können sich verschiedene Arten von Gewebe entwickeln. Das nährt Hoffnung auf „Reparatur“ bei Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer. Im Gegensatz zu embryonalen werden adulte Stammzellen erst nach der Geburt gewonnen. (AP)

 

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