Aktuelle Nachrichten – Deutschland
17.05.2010
Berlin (apn) Bundesbildungsministerin Annette Schavan, CDU, will in den kommenden Wochen eine Akademie für Lehre an den Universitäten gründen. Dort sollten Professoren Fördermittel für Lehrprojekte beantragen können, sagte sie am Ende der ersten Nationalen Bologna-Konferenz am Montag in Berlin. In den Topf „Lehre“ werde die Bunderegierung für die kommenden zehn Jahre zwei Milliarden Euro stecken.
Zehn Prozent der Akademie-Mittel sollen demnach aus den Hochschulen kommen. Entsprechende Beschlüsse soll die Bildungskonferenz von Bund und Ländern am 10. Juni fassen, sagte die CDU-Politikerin. „Ab heute werden die Akteure gemeinsam an einem Strang ziehen.“
Zur Forderung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, CDU, nach Bildungskürzungen zur Haushalstsanierung sagte Schavan: „Ministerpräsidenten stellen keine Bundeshaushalte auf. Finanzminister Schäuble und ich haben sehr viel Konsens.“ Die Nationale Bologna-Konferenz soll im Mai 2011 fortgeführt werden, dann mit dem Schwerpunkt Lehre, sagte Schavan.
Die Konferenz stieß bei Studenten, Hochschulen, Ländern und Parteien auf ein unterschiedliches Echo. Zwei Studenten des „Bündnis Bildungsstreik“ verließen sie aus Protest und erklärten, sie wollten die „Schavan-Show“ durch ihre Anwesenheit nicht legitimieren.
Der Juso-Vertreter Erkan Ertan sagte, die Diskussion auf der Konferenz sei unbefriedigend verlaufen. An ihr hätten sich fast nur Studenten beteiligt. Die Verantwortlichen hätten sich zurückgelehnt. Die Linksfraktion erklärte, der Bologna-Gipfel sei ergebnislos geblieben. Die Linke unterstütze weitere Bildungsproteste im Juni.
Stefan Holz vom Ring Christlich-demokratischer Studenten sagte dagegen, die Konferenz sei ein „Erfolg“ gewesen. Sie habe mehr gebracht als der RCDS erwartet habe. Den Auszug der beiden Teilnehmer nannte er „unbegründet und unverständlich“.
Jan-Hendrik Olbertz, der parteilose Kultusminister von Sachsen-Anhalt bedauerte den Auszug der beiden Studentenverteter und erklärte, dies sei „einfach schade und nicht ganz fair“. Zu Kochs Vorschlägen sagte er: „Sparen an dieser Stelle wäre das teuerste Projekt, das wir uns vorstellen können.“ Die Studenten wollten mit Recht eine Bilanz erhalten über die Betreuungsrelation in den einzelnen Studiengängen. Er sei zwar für eine Anwesenheit von Studenten und Professoren bei Veranstaltungen, aber gegen Anwesenheitslisten, mit der Ausnahme von Unterricht auf Labor-Stellen.
Die Präsidentin der Hochschulrektoren-Konferenz (HRK), Margret Wintermantel, sagte, sie begrüße zwar die Bundesfinanzierung für die Lehre. Aber die Hochschulen könnten kein Geld hinzugeben. In der HRK sei die Ablehnung von Anwesenheitslisten bereits Konsens. (AP)
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Nationale Bologna-Konferenz in Berlin
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