Berlin – Das Berliner Pharmaunternehmen Schering blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück. 1851 eröffnet Firmengründer Ernst Schering die „Grüne Apotheke“ im Norden der Stadt, wo er auch chemische Produkte fabriziert. 1864 erhält der Pharmazeut die Konzession für eine Chemiefabrik im Wedding, 1871 wird das Unternehmen mit 60 Arbeitern und vier Angestellten in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Fünf Jahre später eröffnet in New York die erste US-Vertretung. Ernst Schering, inzwischen in den Aufsichtsrat gewechselt, stirbt 1889 im Alter von 65 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigt seine Firma bereits rund 440 Mitarbeiter.
Nach dem Ersten Weltkrieg gehen zahlreiche Schutzmarken und Patente verloren, ausländische Schering-Töchter und Vertretungen müssen wieder aufgebaut werden. Nach überstandener Wirtschaftskrise erholt sich die 1927 gegründete Schering-Kahlbaum AG bis 1934 wieder, zu der Zeit sind knapp 5.000 Mitarbeiter dort beschäftigt.
Drei Jahre später wird Schering-Kahlbaum von den Kokswerken und Chemische Fabriken AG geschluckt. Das Gesamtunternehmen mit weltweit 35.000 Mitarbeitern betreibt nun Chemieproduktion und Bergbau, heißt aber nur noch Schering AG. Jüdische Führungskräfte werden während der NS-Herrschaft ausgeschlossen.
Nach dem Ende Zweiten Weltkriegs sind sämtliche Tochtergesellschaften im Ausland enteignet, beschlagnahmt oder wegen Warenmangels geschlossen. Viele Warenzeichen und Patente gehen verloren. Das Unternehmen wächst in den 50er Jahren zügig weiter, obwohl etwa der US-Markt auf Jahrzehnte verschlossen bleibt. 1961 wird mit Anovlar die erste Anti-Baby-Pille überhaupt in Deutschland und Europa angeboten.
Im Jahr 2005 beschäftigt Schering 24.700 Mitarbeiter, davon 8.900 in Deutschland. Im Juni 2006 sichert sich der Leverkusener Chemie-Gigant Bayer mit einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Übernahmeangebot die Kontrolle bei Schering. Vorausgegangen war ein erbittertes Bietergefecht mit dem Darmstädter Familienunternehmen Merck.
http://www.schering.de
(AP)
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