Bagdad – Bei Zusammenstößen zwischen US-Soldaten und schiitischen Extremisten in Bagdad sind am Freitag mindestens acht Menschen getötet worden. Die Gefechte führten zu neuen innenpolitischen Spannungen. Die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki wird sowohl von sunnitischen Parteien als auch von den radikalen Schiiten um Muktada al Sadr bedrängt.
Nach amerikanischer Darstellung flammten die Gefechte im schiitischen Stadtteil Schula auf, als eine US-Patrouille im Morgengrauen von Hausdächern aus beschossen wurde. Die Einheit habe Hubschrauberunterstützung angefordert und acht Aufständische getötet, sagte Oberstleutnant Scott Bleichwehl.
In ein Krankenhaus des Stadtteils wurden nach Angaben eines Sprechers 13 Leichen gebracht, zusammen mit sieben schwer verletzten Patienten. Der Fraktionschef der Al-Sadr-Bewegung im Parlament, Nassar al Rubaie warf den US-Truppen vor, dass 21 Bewohner des Stadtteils getötet worden seien. Der Regierung Al-Maliki warf er Tatenlosigkeit vor.
Die einstige Regierung der nationalen Einheit wird auch von der Partei der gemäßigten Sunniten weiter boykottiert. Die fünf sunnitischen Minister würden erst dann ins Kabinett zurückkehren, wenn alle Forderungen erfüllt seien, sagte der irakische Vizepräsident Tarik al Haschemi am Freitag bei einem Besuch in Ankara. Dessen Partei gehört dem sunnitischen Bündnis der Irakischen Konsensfront an. Zu den Forderungen der Sunniten gehört unter anderem die Freilassung von Gefangenen, die ohne Anklage in Sicherheitsverwahrung festgehalten werden.
Die Stadt Samarra, 100 Kilometer nördlich von Bagdad, wurde in der Nacht zum Freitag von sechzig maskierten Angreifern überfallen. Bei der sich anschließenden Schießerei mit der Polizei kamen drei Menschen ums Leben, unter ihnen ein elfjähriges Mädchen. 14 Rebellen wurden nach Angaben der Behörden gefangen genommen. Die mutmaßlich zur sunnitischen Terrororganisation Al-Kaida gehörenden Angreifer fuhren am Donnerstagabend in die gelegene Stadt, teilten sich in mehrere Gruppen auf und griffen die Polizeizentrale sowie vier Kontrollstellen an. (AP)
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