Unternehmen – Schiffbauindustrie steuert in düstere Zukunft – DAPD
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Aufträge storniert Schiffbauindustrie steuert in düstere Zukunft

DAPD

29.03.2009

Hamburg – Die deutsche Schiffbauindustrie steuert im Fahrwasser der internationalen Finanzprobleme in eine schwere Krise. Seit Januar 2008 seien bei deutschen Werften 40 Schiffe mit einem Auftragswert von rund 1,5 Milliarden Euro storniert worden, darunter 11 Schiffe allein 2009, teilte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) am Sonntag mit. Weitere 26 Aufträge im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro seien gefährdet. Vier Werften seien bereits insolvent gegangen. Gleichzeitig sei die Neubaunachfrage im 1. Quartal weltweit praktisch zum Erliegen gekommen.

„Wenn es uns nicht gelingt, den verbliebenen Auftragsbestand zu sichern und die Schiffbaukonjunktur anzukurbeln, werden sich bei vielen Werften schon 2009 große Auftragslücken auftun“, erklärte VSM-Geschäftsführer Werner Lundt. „Dieses bedeutet sicher Kurarbeit und wahrscheinlich Arbeitsplatzabbau.“

Auf der 6. Nationalen Maritimen Konferenz, die am morgigen Montag unter der Schirmherrschaft von Kanzlerin Angela Merkel in Rostock stattfindet, will die Bundesregierung mit den Werften und den Gewerkschaften über die Lage des Schiffbaus beraten. Am (heutigen) Sonntagabend wollte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Konferenz eröffnen.

Die IG Metall hatte am Freitag mitgeteilt, in der Branche sei jeder zehnte Arbeitsplatz in Gefahr. Der Gewerkschaft zufolge arbeiten in der maritimen Wirtschaft 100.000 Beschäftigte, davon 20.000 auf den 35 Seeschiffs-Werften, 70.000 in der Zulieferindustrie sowie 10.000 Leiharbeiter. 10.000 Jobs seien wegen wegbrechender Neubauaufträge unmittelbar bedroht. (AP)

 

 

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