Unternehmen – Schlecker-Mitarbeiter und ver.di wollen Zerschlagung verhindern – Matthias Jekosch
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Hilfe der Politik gefordert Schlecker-Mitarbeiter und ver.di wollen Zerschlagung verhindern

Matthias Jekosch

30.05.2012

Ver.di fordert Sonderfonds zur Absicherung der Gehälter der Schlecker-Mitarbeiter. Foto: Thomas Wieck/dapd Photo
Ver.di fordert Sonderfonds zur Absicherung der Gehälter der Schlecker-Mitarbeiter.

Foto: Thomas Wieck/dapd Photo

Berlin – Die Gewerkschaft ver.di und die Schlecker-Mitarbeiter wollen das mögliche Aus für die insolvente Drogeriekette noch abwenden. In einer Mitgliederbefragung hätten knapp drei Viertel der Schlecker-Mitarbeiter einem Sanierungsbeitrag zugestimmt, der den dreijährigen Verzicht auf Sonderzahlungen und das Verschieben tariflicher Lohnerhöhungen umfasse, teilte ver.di am Mittwoch in Berlin mit. Die Zugeständnisse würden einem Verzicht von 10,5 Prozent entsprechen.

Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger forderte im Gegenzug ein Entgegenkommen der Gläubiger, der möglichen Investoren und der Politik. Die Gläubiger sollten "mehr Geduld und finanzielles Engagement" an den Tag legen, verlangte sie. Zudem forderte sie Einsicht in die vorliegenden Investorenkonzepte und Klartext von Investorenseite. "Ein menschenwürdiger Umgang mit diesen absolut engagierten Schlecker-Frauen setzt ein Höchstmaß an Offenheit voraus", sagte Nutzenberger mit Blick auf die noch 13.500 Beschäftigten bei Schlecker.

Ver.di fordert Sonderfonds zur Absicherung der Gehälter

Darüber hinaus nahm sie die Politik in die Pflicht: "Wir fordern die Politik eindringlich auf, jetzt durch schnelle und unbürokratische Maßnahmen die Möglichkeit für eine Rettung doch noch offenzuhalten." Denkbar sei die Einrichtung eines Sonderfonds bei der Bundesagentur für Arbeit, um die Gehälter für die kommenden zwei Monate abzusichern. Dadurch werde der zeitliche Spielraum für die Investorensuche erweitert.

Doch schon einmal hofften die Schlecker-Mitarbeiter vergebens auf politische Hilfen für Schlecker. Ende März war eine Bürgschaft der Länder für einen 70-Millionen-Euro-Kredit zur Gründung von Auffanggesellschaften an den FDP-geführten Wirtschaftsministerien in Niedersachsen, Sachsen und Bayern gescheitert.

Am Freitag läuft die Zeit für die Drogeriekette Schlecker möglicherweise ganz ab. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat den Investoren bis zu der dann stattfindenden Sitzung des Gläubigerausschusses Zeit gegeben, ein belastbares und für die Gläubiger akzeptables Angebot einzureichen. Ansonsten müsse der Betrieb bei Schlecker eingestellt werden.

(dapd)

 

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