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Tausende eingeschlossen Schleppende Hilfe für Hochwasser-Opfer in Pakistan

DAPD

02.08.2010

Foto: Mohammad Sajjad/AP

Foto: Mohammad Sajjad/AP

Peshawar (apn) Die Rettungsarbeiten nach den schwersten Überschwemmungen in der Geschichte Pakistans kommen nur mühsam voran. Tausende Menschen waren am Montag noch von den Fluten eingeschlossen. Um dem Ausbruch von Seuchen vorzubeugen, wurden Ärzteteams ins Katastrophengebiet entsandt, wie die Regierung der betroffenen Provinz Khyber-Pakhtoonkhwa (früher North West Frontier) mitteilte. Die Zahl der Hochwassertoten stieg nach ihren Angaben mittlerweile auf 1.200. Rund zwei Millionen Menschen wurden obdachlos.

Wegen des gewaltigen Ausmaßes der Katastrophe kam bei vielen Überlebenden bislang wenig bis keine Hilfe an, obwohl die Regierung mindestens 30.000 Soldaten in die Region entsandt hat. Auch Deutschland und andere Staaten kündigten Soforthilfe an. Die Bundesregierung stellt eine Million Euro bereit. Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel äußerten tief empfundenes Mitgefühl für die Opfer und die Angehörigen. Hilfsorganisationen riefen zu Spenden auf.

Notlager auf Mittelstreifen einer Schnellstraße

„Wir brauchen Zelte“, forderten Einwohner des Dorfes Kamp Koroona im Bezirk Nowshera, einer der am schwersten betroffenen Regionen. Hunderte Menschen warteten auf dem Mittelstreifen einer Schnellstraße, dem einzigen trockenen Zufluchtsort, unter Plastikplanen und Decken auf Hilfe. „Das Hemd, das ich anhabe, ist mein einziges. Alles andere ist hin“, sagte einer der Dorfbewohner, Faisal Islam, der Nachrichtenagentur AP.

Zudem wächst die Sorge, dass Seuchen wie Cholera um sich greifen könnten, wenn es nicht gelingt, genug sauberes Trinkwasser heranzuschaffen und eventuell Erkrankte zu isolieren. Dutzende mobile Ärzteteams seien in die betroffenen Regionen entsandt worden, berichtete der Leiter des Gesundheitsdienst der Provinz, Sohail Altaf. Noch lägen keine Berichte über Cholerafälle vor, doch die Gefahr eines Ausbruchs sei groß.

Der Pakistanische Rote Halbmond und das Internationale Rote Kreuz verteilten Hilfsgüter und versuchten sich einen Überblick über das Notwendigste zu verschaffen. „Wir müssen jetzt dringend nicht nur Lebensmittel verteilen, sondern auch die Mittel, sie zu kochen“, sagte Muhammad Ateeb Siddiqui, der Einsatzleiter des Roten Halbmonds. Die Verteilung sei durch die beschädigte Infrastruktur stark behindert, und die Verschmutzung der Wasserversorgung könne zu größeren Gesundheitsproblemen führen.

Wo die staatliche Hilfe nicht hinreicht, wird die Lücke teilweise von extremistischen Gruppen gefüllt. In der Ortschaft Charsada waren Helfer der Organisation Falah-e-Insaniat unterwegs, der Verbindungen zur Untergrundorganisation Lashkar-e-Taiba nachgesagt werden. Lashkar-e-Taiba wird unter anderem für die blutigen Anschläge in der indischen Metropole Mumbai verantwortlich gemacht, bei denen vor zwei Jahren 166 Menschen getötet wurden.

Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf

Bundeskanzlerin Merkel sandte dem pakistanischen Ministerpräsidenten Yusuf Raza Gilani ein Kondolenztelegramm. Das Auswärtige Amt und das Entwicklungsministerium kündigten jeweils bis zu 500.000 Euro humanitäre Soforthilfe an.

Die Welthungerhilfe stellt für die erste Nothilfe 50.000 Euro bereit. „In diesem Fall ist der Bedarf groß und wir wollen den Flutopfern schnell helfen“, sagte Vorstand Mathias Mogge in Berlin. Der Länderdirektor der Hilfsorganisation Care in Pakistan, Waleed Rauf, erklärte: „Tausende Menschen brauchen dringend Notunterkünfte und Gesundheitsversorgung.“ Die Organisation will daher vor allem Zelte, Plastikplanen, Kleidung, Hygieneartikel und Küchenutensilien verteilen. Andere Helfer wie die Diakonie Katastrophenhilfe wollen für Nahrungsmittel und Trinkwasser sorgen. Auch Medikamente würden dringend benötigt. (AP)

 

 

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