Stuttgart – Die Schlichtungsgespräche über das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21" gehen in die Endphase. In der voraussichtlich vorletzten Sitzung am Samstag (27. November) soll es wie schon am Vortag um die Finanzierung des Gesamtprojektes gehen. So soll über Einspar- und Optimierungspotenziale sowie mögliche Ausstiegskosten im Falle eines Stopps von "Stuttgart 21" und der Neubaustrecke nach Ulm diskutiert werden. Auch sollen sämtliche nicht zu Ende diskutierten Themen noch einmal aufgegriffen werden.
Schlichter Heiner Geißler will seinen Schlichterspruch am kommenden Dienstag (30. November) verkünden. Gegen "Stuttgart 21" wird seit Monaten heftig protestiert. Bei dem Projekt soll der Stuttgarter Hauptbahnhof für mehr als vier Milliarden Euro von einem Kopf- in einer unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. Die Schlichtung war angeregt worden, nachdem bei einem Polizeieinsatz zur Einrichtung einer Baustelle für "Stuttgart 21" über hundert Menschen verletzt worden waren.
Am Samstag wollen mehr als 40 Widerstandsgruppen im Mittleren Schlossgarten von Stuttgart gegen das Bahnprojekt erneut demonstrieren. An den Aktionen im Garten beteiligen sich unter anderen die Juristen und Ingenieure gegen "Stuttgart 21", "die Anstifter", attac, die BUND-Jugend, Robin Wood sowie die "Parkschützer". Bis zum Abend wollen die Gruppen über ihre Aktivitäten informieren und sich weiter vernetzen. Unter dem Motto "Pfefferkuchen statt Pfefferspray" wollen sie zudem an die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei vom 30. September erinnern.
dapd/kvg/kos (dapd)
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