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Konsum oder Doping Schmerzmittel im Freizeit-Sport und ungeahnte Nebenwirkungen

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18.03.2012

Berlinmarathon 2011. Viele Menschen die Sport als Hobby betreiben, unterschätzen die Nebenwirkungen von Schmerzmittel, meint der Schmerz-Experte Michael Küster. Foto:	berlin-pics/ pixelio.de
Berlinmarathon 2011. Viele Menschen die Sport als Hobby betreiben, unterschätzen die Nebenwirkungen von Schmerzmittel, meint der Schmerz-Experte Michael Küster. Foto: berlin-pics/ Pixelio

Frankfurt/Main – Einer Untersuchung zufolge versuchen Freizeitsportler, mit der Einnahme von Schmerzmittel Beschwerden beim Sport vorzubeugen. Damit riskieren sie aber heftige Nebenwirkungen – von Durchfall und Übelkeit über Magengeschwüre bis hin zum Herzinfarkt. Darauf wies der Schmerztherapeut Michael Küster auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main hin.

Küster hatte 2009 die Teilnehmer des Bonner Marathons nach ihrem Schmerzmittelkonsum befragt. Jeder Zweite räumte dabei ein, vor dem Start Schmerzmittel zu nehmen, um Muskel- und Gelenkschmerzen vorzubeugen, jedoch hatten nur wenige Starter bereits vor dem Start Schmerzen.

Im Jahr 2010 führte er eine Folgestudie durch. Vor dem Start wurden die Läufer vom Veranstalter vor dem unkritischem Schmerzmittelkonsum gewarnt. Entsprechende Informationen wurden allen Teilnehmern per Mail zugesandt. Gleichzeitig lief erneut eine Umfrage, an der sich 4.000 Sportler beteiligten. Dabei ging es nicht nur um den Medikamentenkonsum, sondern auch um dessen Folgen.

Ergebnis: "Am Einnahmeverhalten hat sich praktisch nichts geändert", stellt der Schmerztherapeut fest, "die Warnungen sind quasi verpufft." Außerdem litt mehr als die Hälfte der Sportler, die Schmerzmittel genommen hatten, unter Nebenwirkungen. "Blutiger Urin, blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Herz-Kreislauf Probleme", beschreibt der Fachmann. Einige Läufer erlitten ein akutes Nierenversagen, andere einen Herzinfarkt oder blutende Magengeschwüre in den ersten Stunden nach Beendigung des Marathons.

Wer schon vor dem Lauf Gelenkschmerzen habe, sollte auf den Start verzichten, rät der Schmerztherapeut. Herz-, Kreislauf- und Nierenprobleme lassen sich Küster zufolge mit isotonen Lösungen, die ein Gramm Kochsalz pro Liter enthielten, vermeiden. Grundsätzlich empfiehlt der Mediziner Marathonteilnehmern ein Jahr Vorbereitung und regelmäßiges Training. Wenn überhaupt, sollten Schmerzmittel erst nach dem Sport geschluckt werden, und dann auch erst, wenn sich der Kreislauf beruhigt und der Läufer genug getrunken habe.

(dapd)

 

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