Aktuelle Nachrichten – Panorama
06.12.2008
Frankfurt/Main – Wie könnte es anders sein: Witzig ist das Buch, das Comedian Ralf Schmitz über die bislang 23 gemeinsamen Jahre mit seiner Katze Minka geschrieben hat. „Schmitz' Katze“ ist gespickt mit Anekdoten, und wer selbst mit einem kleinen Tiger zusammenlebt, wird viele Beobachtungen des Autors nur bestätigen können. Etwa, dass sich Katzen bevorzugt dort breitmachen, wo man sie nicht brauchen kann. Mitten auf der Zeitung, die gerade gelesen wird, oder auf dem Esstisch, der für den Nachmittagskaffee vorbereitet wird.
Schmitz hat dafür und für vieles andere lustige Beispiele. So auch für die kätzische Angewohnheit, mit einem unverwechselbaren Geräusch Haarbüschel zu erbrechen – und zwar grundsätzlich auf einen Teppich. „Man kann die ganze Wohnung gefliest haben, die finden den kleinen Duschvorleger. Gerne auch morgens, wenn man gerade noch duscht. Ganz heimlich schleichen die sich rein, 'Hng, hng, hng', fertig. Dann kommt man nichtsahnend aus der Dusche und ... danke schön!“
Zielgruppe des Buchs sind einerseits Menschen, die ihr Leben bereits mit einer oder mehreren Katzen teilen, und andererseits potenzielle Katzenhalter. Letzteren macht Schmitz mit einem Augenzwinkern, aber im Kern durchaus ernsthaft klar, was auf sie zukommt. Und das ist einiges. Neben Spaß und Geselligkeit auch jede Menge Arbeit, regelmäßiges Säubern des Katzenklos etwa. Und wehe, der freie Zugang zum Klo war einmal versehentlich versperrt die Folgen eines solchen Malheurs beschreibt Schmitz recht anschaulich.
Zum Leben mit Katzen gehört auch das Entfernen von Katzenstreu-Krümeln, die sie gerne bis in die letzten Winkel der Wohnung verteilen (“Egal, ob du zwanzig Quadratmeter hast oder zweihundertfünfzig: Die schaffen das locker!“). Oder den Pförtner zu spielen, wenn die Katze auf den Balkon oder in den Garten möchte – und gleich anschließend wieder nach drinnen, und dann wieder nach draußen....
In Kapiteln wie „Was man alles falsch machen kann“, „Katzen-Macken“ oder „Mit Katzen und mit Frauen leben“ lässt der Komiker den Leser an seiner Katzen-WG teilhaben, lustig verpackt natürlich. So beschreibt er, wie es sich mit einer Katze lebt, die an Alzheimer leidet, und wie Minka zuweilen seinem Liebesleben in die Quere kommt.
Schmitz macht klar, dass für ein glückliches Zusammenleben mit einer Katze vor allem eine unbedingte Bereitschaft zu Toleranz nötig ist. Von seiten des Menschen natürlich, denn „Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal“, wie es im Untertitel des Buchs heißt. Bei allem Witz geht aus dem Buch eine tiefe Zuneigung des Autors zu seiner Minka hervor. Und eines ist ihm in Zeiten mit ausgeprägter Wegwerfmentalität so wichtig, dass er es gleich mehrmals betont: „Eine Katze bleibt bis zu ihrem Ende da.“ (Nina Sündermann)
(Fischer Taschenbuch Verlag, September 2008, ISBN 978-3-596-17978-7, 265 Seiten, 8,95 Euro) (AP)