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Schokoladen-Verbrauch erreicht Höhepunkt

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21.12.2005

Stuttgart - Egal ob als Weihnachtsmann, über den Lebkuchen gegossen oder mit dicken Nussbrocken versehen - der Schokoladenverzehr der Deutschen erreicht kurz vor Weihnachten seinen Höhepunkt. Pro Jahr isst jeder Deutsche etwa 8,5 Kilogramm der zarten Versuchung. Dass die meiste Schokolade in der dunklen Jahreszeit verzehrt wird, macht durchaus Sinn: Denn die Leckereien erheitern die Seele und machen glücklich. Den Nachteil dagegen können viele Menschen im Januar an der Waage ablesen.

«Schokolade enthält in geringen Mengen die Aminosäure Tryptophan, aus der im Gehirn bei Sonneneinstrahlung das als Glückshormon bekannte Serotonin gebildet wird», erklärt Heidi Schworm, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Gerade durch Lichtmangel trübt das dunkle Winterwetter mit den kurzen Tagen unsere Stimmung - der Mensch erhält zu wenig Sonne, der Serotoninspiegel bleibt niedrig. Ein Griff zur Schokolade dagegen kann die Laune steigen lassen, zumindest kurzfristig. Durch den hohen Zuckergehalt der Schokolade wird die Aufnahme von Tryptophan ins Gehirn begünstigt und so die Umwandlung von Tryptophan in Serotonin angeregt.

«Allerdings ist Schokolade mit etwa 550 Kilokalorien pro 100 Gramm eine echte Kalorienbombe», gibt Schworm zu bedenken. Zum Vergleich: 550 Kalorien decken rund ein Viertel des täglichen Energiebedarfs eines Menschen, wenn der Betreffende im Büro am Schreibtisch arbeitet. Zu beneiden sind Sportler und Menschen mit körperlich anstrengenden Tätigkeiten, die entsprechend mehr Schokolade gut verdauen und wegstecken können, ohne an Gewicht zuzulegen.

Schokolade kann übrigens tatsächlich süchtig machen, weil in ihr beispielsweise der Stoff Anandamid enthalten ist. «Man müsste jedoch 200 bis 300 Tafeln am Stück verspeisen, um eine berauschende Wirkung zu spüren», heißt es bei der Verbraucherzentrale. Das psychische Wohlbefinden steigt allerdings schon nach wenigen Stückchen, auch weil die Inhaltsstoffe Teobromin und Koffein das Herz und das zentrale Nervensystem anregen. Sprechen Experten von Schokoladen-, Kohlenhydrat- oder Zuckersucht, so meinen sie denn auch eher psychische Suchtmechanismen, etwa wenn die Betroffenen ihre Sorgen und Ängste oder das Verlangen nach Zuwendung mit Süßem stillen.

Andere Erkenntnisse gehen davon aus, dass es sich bei der Schokoladensucht um ein erlerntes Verhalten handelt. Isst der Mensch Schokolade auf leeren Magen, steigt dadurch das Verlangen nach mehr, denn der Körper lernt, dass Schokolade mangelnde Energie zügig und effektiv ausgleicht.

Das müssen schon die mittelamerikanischen Olmeken gewusst haben, die Kakao bereits vor mehr als 3.000 Jahren als Göttergeschenk, als Nahrungs- und Genussmittel schätzten. Von ihnen übernahmen die Mayas und Azteken die Schokolade. Ein spanischer Eroberer namens Hernando Cortez soll es schließlich gewesen sein, der den ersten Kakao nach Europa brachte.

Gegen den Konjunkturtrend behauptet

Seither ist Schokolade eine Erfolgsgeschichte. «Schokolade behauptet sich gegen den Konjunkturtrend», jubelt der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie und führt an, dass die gut 80 industriellen Hersteller der süßen Masse die Produktion im vergangenen Jahr erneut steigern konnten, um acht Prozent auf 835.000 Tonnen. Den Produzenten kommt zugute, dass Schokolade schon lang nicht mehr nur als Dickmacher gilt.

Sogar das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel hat seinen Segen gegeben: Bei Studien sei herausgekommen, dass Schokolade weder für Karies noch für Akne oder Migräne verantwortlich sei, dafür aber Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen und das Immunsystem stärken könne, teilt die Organisation mit. «Schokolade in vernünftigen Mengen verzehrt, liefert nicht nur Nährstoffe und Genuss, sondern kann auch Teil einer gesunden, bekömmlichen Diät sein.» (AP)

http://www.vz-bw.de

http://www.infozentrum-schoko.de

http://www.eufic.org

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