Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
05.09.2012
Foto: dapd/Sven Karsten
Genf – Die europäische Schuldenkrise hat laut einer Studie die Kluft bei der Wettbewerbsfähigkeit zwischen Europas Norden und Süden weiter vergrößert. Während die Länder Nordeuropas ihre starke Wettbewerbsposition seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 festigen konnten, fielen die Länder Südeuropas weiter zurück, wie aus der am Mittwoch vom World Economic Forum (WEF) in Genf vorgelegten Rangliste der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit für 2012 hervorgeht.
Der wachsende Graben in der regionalen Wettbewerbsfähigkeit, vor allem in Europa, sei "der Grund für die momentanen Turbulenzen, die unseren zukünftigen Wohlstand gefährden", warnte der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Forums, Klaus Schwab.
An der Spitze von 144 nach ihrer Wettbewerbsfähigkeit bewerteten Volkswirtschaften stand weiter die Schweiz vor Singapur, gefolgt von den nordeuropäischen Staaten Finnland und Schweden sowie den Niederlanden.
Deutschland verteidigte laut WEF trotz der großen Bürden durch die europäische Finanz- und Wirtschaftskrise Platz sechs und lag damit vor den USA. Die Vereinigten Staaten setzten ihren Abwärtstrend fort und fielen im Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit um zwei Plätze auf Rang sieben zurück. Großbritannien, Hongkong und Japan vervollständigten auf den Plätzen acht bis zehn die Top Ten.
Dagegen rutschten der Rangliste zufolge die südeuropäischen Staaten wie Spanien (Rang 36), Italien (42), Portugal (49) und vor allem das besonders angeschlagene Griechenland (96) weiter ab.
Die Ökonomen des Forums bewerten für ihre jährliche Aufstellung die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern und erstellen dafür einen Global Competitive Index als Summe verschiedener Aspekte. Darunter sind die Qualität von Staatsführung und Institutionen, Vertrauen in die Politik, Infrastruktur, Arbeitsmarkt oder Innovationsfähigkeit der Firmen.
dapd
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