Aktuelle Nachrichten – Konsum
25.08.2011
Foto: Michael Probst/AP Photo
Nürnberg – Die sich zuspitzende Schuldenkrise in Europa und wieder aufkeimende Ängste vor einer weltweiten Rezession haben der Verbraucherstimmung im August einen weiteren Dämpfer versetzt. Die Menschen schätzten die Wirtschaftsentwicklung im Land erheblich schlechter ein als noch vor einem Monat, teilte der Nürnberger Marktforscher GfK am Donnerstag mit. Steigende Energiepreise sorgten zudem dafür, dass immer mehr Verbraucher Einkommenseinbußen befürchteten.
Davon unbeeindruckt zeigt sich die Kauflaune der Bürger: Sie verbesserte sich vor allem dank des nach wie vor robusten Arbeitsmarkts sogar weiter.
Für September prognostiziert die GfK einen weiteren Rückgang des Konsumklimaindex, der sich aus den drei Teilindikatoren ergibt, auf 5,2 Punkte von revidiert 5,3 im August. Vor einem Jahr lag er bei 3,7 Punkten.
"Angesichts der weltweiten Entwicklungen hat sich das Konsumklima noch ganz wacker gehalten", sagte GfK-Autor Rolf Bürkl. Er ist zuversichtlich, dass der Privatkonsum im laufenden Jahr seiner Rolle als wichtige Stütze der Binnenkonjunktur gerecht wird.
Dabei setzt Bürkl voraus, dass durch die EU-Schuldenkrise kein weiteres Ungemach droht. "Die Euro-Staatengemeinschaft muss endlich ein schlüssiges Konzept für den Umgang mit der hohen Staatsverschuldung vorlegen und auch umsetzen", sagte der Konsumexperte. Sie müsse vom Diskutieren zum Handeln kommen und für Planungssicherheit sorgen.
Die sehen viele Verbraucher derzeit durch die nach wie vor guten Zahlen vom Arbeitsmarkt gegeben und halten daher die Zeit für geeignet, sich teure Anschaffungen zu leisten. Der Index der Anschaffungsneigung nahm im Vergleich zum Vormonat um 2,8 auf 36,9 Zähler zu und liegt somit um neun Punkte über dem Vorjahr.
Gestützt wird die gute Kauflaune auch durch das anhaltende Misstrauen der Verbraucher in klassische Geldanlagen. Sie zögen es aktuell vor, ihr Erspartes etwa für Immobilien, Autos oder Gold auszugeben, erklärte Bürkl. Das zeige auch der starke Rückgang der Sparneigung im August.
Unter den Turbulenzen auf den Finanzmärkten im August litt auch der Glauben der Verbraucher an den Wirtschaftsaufschwung: Der Index der Konjunkturerwartung knickte um 31,2 auf 13,4 Punkte ein und damit auf den niedrigsten Wert seit Juni 2010.
Darüber hinaus befürchten die Deutschen, im Zuge der Schuldenkrise verstärkt zur Kasse gebeten zu werden, während sie bereits unter den steigenden Energiepreisen litten. Entsprechend rechneten weniger Menschen damit, künftig mehr Geld zur Verfügung zu haben: Der Index der Einkommenserwartung büßte 7 auf 27,6 Punkte ein. Vor einem Jahr lag er noch bei 36,0 Zählern.
(dapd)
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