Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
26.01.2010
Foto: Thomas Kienzle/AP Photo
Stuttgart (apn) Trotz der unsicheren Wirtschaftsaussichten will die größte deutsche Bausparkasse Schwäbisch Hall in diesem Jahr 200 neue Stellen schaffen. Dies kündigte Vorstandschef Matthias Metz am Dienstag in Stuttgart an. Die neuen Arbeitsplätze sollten zum Großteil im Vertrieb im Bereich des Außendienstes entstehen. Der Marktführer beschäftigt derzeit weltweit 14.237 Mitarbeiter.
Ein Viertel der neuen Jobs soll am Konzernsitz im baden-württembergischen Schwäbisch Hall entstehen. Dort waren Ende des Jahres 3.000 Leute beschäftigt. Die Konjunkturkrise sorgte beim Marktführer für eine starke Delle im Neugeschäft. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der abgeschlossenen Bausparverträge in Deutschland um 21,2 Prozent auf 801.000 Verträge gesunken, teilte Metz weiter mit. Das Volumen der Verträge habe 25,2 Milliarden Euro betragen. Ein „kleiner Durchhänger“ sei nach einem Rekordjahr nicht ungewöhnlich. Im Jahr 2008 hatte der Marktführer das bisher höchste Neugeschäft verzeichnet. Metz sagte, dieses Geschäft sei vor allem durch Vorzieheffekte getrieben worden. Das vorgezogene Neugeschäft bezifferte Metz auf rund 3 Milliarden Euro, die im letzten Jahr gefehlt hätten.
Im Bereich der Baufinanzierung gab es im letzten Jahr ein ordentliches Plus. Das sei um 18,3 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zugelegt worden, erklärte Metz. Der Wohn-Riester entwickelte sich zum Renner. Es seien mit 100.000 Verträgen doppelt so viele abgeschlossen worden wie ursprünglich erwartet. Der Bestand an Bauspareinlagen habe mit 32,2 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht.
Die Turbulenzen an den Börsen sorgten für einen Rückgang beim Zinsüberschuss bei dem Branchenprimus: Er sank um 77 auf 885 Millionen Euro. Im Ausland konnte der Marktführer bei den neu abgeschlossenen Verträgen in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und China leicht zulegen. Die Zahl der Neuabschlüsse stieg um 0,9 Prozent, das Volumen ging hingegen um 4,4 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zurück.
Der Branchenprimus mit 6,7 Millionen Kunden wagte keine konkrete Prognose für das laufende Jahr, kündigte aber zugleich weiteres Wachstum an. Eine Chance für weitere Zuwächse in den nächsten Jahren sieht Vorstandschef Metz in der gerade begonnenen Diskussion über das Bildungssparen. Nach dem Vorbild des Bausparens könnte Bildungssparen eine Kombination aus Sparguthaben und Darlehen bieten, um Finanzierungslücken bei der Aus- und Weiterbildung zu schließen. Die Diskussion sei aber noch am Anfang, sagte Metz. Der Vorstoß von Bundesbildungsministerin Annette Schavan im November für ein staatlich gefördertes Bildungssparen nach dem Vorbild des Bausparens oder der Riester-Rente hatte ein geteiltes Echo hervorgerufen.
http://www.schwaebisch-hall.de (AP)